14. – 17.05.2018
Nach einem schönen Tag in Kaikoura habe ich mich in Richtung
Christchurch davon gemacht. Dort wollte ich erst einmal auf dem schönen,
kostenlosen Campingplatz bei Lincoln übernachten, wo ich mit Mama und Papa auch
schon mal war. Am nächsten Tag wollte ich dann zeitig los nach Ashburton
fahren.
Aber wie das nun einmal so ist sollte mal wieder einmal
alles anders kommen als gedacht. Joel war nämlich noch in Christchurch, weil er
gerade versucht hat sein Auto zu verkaufen. Er hatte aber davon irgendwie
ziemlich die Nase voll und ist dann abends zu mir mit auf dem Campingplatz
gekommen. Es hat mich wirklich unglaublich gefreut ihn doch noch einmal wieder
zu treffen :) Auf dem Campingplatz haben wir dann einen ziemlich gechillten
Abend zusammen verbracht und mal wieder ein bisschen Harry Potter geschaut.
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| Coole Pflanze im Park der Lincoln Uni |
Ich hatte Matt und Libby gesagt, dass ich um den 15.05. rum zu ihnen zur Farm kommen würde. Also hatte ich ja eigentlich
keinen Stress, sodass ich mir überlegt habe, am 16. abends dort aufzukreuzen –
was mir 2 Tage mehr bei Christchurch verschafft hat. Am 15. hat es leider
geregnet, sodass wir den Tag hauptsächlich im Auto und in der Bibliothek von
Lincoln verbracht haben. War aber auch mal gut ein bisschen zu entspannen.
Abends haben wir Gitarre gespielt. Das ist zwar das totale Backpacker Klischee,
war aber echt schön. Am Tag danach hatte Joel noch das ein oder andere Treffen
mit Leuten, die sich seinen Van anschauen wollten. Zu denen bin ich auch
mitgekommen. Am Nachmittag war dann das letzte, aber die potentiellen Käufer
haben eine ganz schöne Weile auf sich warten lassen. Das führte dazu, dass es
nach dem Treffen schon sehr sehr spät war und ich keine Lust mehr hatte jetzt
noch nach Ashburton zu fahren. Habe also Matt und Libby angerufen und gefragt
ob ich nicht vielleicht lieber morgen Mittag aufkreuzen soll. Das hat gepasst –
also noch eine Nacht in Lincoln geblieben.
Am nächsten Morgen habe ich mich dann aber wirklich um 9 rum
auf den Weg gemacht – obwohl mir der Abschied natürlich mal wieder ziemlich
schwer gefallen ist. Aber ich hatte ja beim Autofahren genug Zeit zum Nachdenken.
Nach einem Brunch auf der Raststätte bei dem ich wegen dem
blöden Wind wirklich locker 20min gewartet habe bis endlich etwas Wasser für
eine Tasse Tee und Müsli gekocht hat, bin ich ca. um 12 auf der Farm
angekommen. Ein komisches Gefühl wieder zurück in vertraute Umgebung, eine Art
zu Hause, zu kommen.
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| Wieder da |
Nachdem ich schnell mein Zeug in die Waschmaschine
geschmissen habe, etwas gegessen habe und die Wäsche aufgehängt habe, ging es
auch direkt an die Arbeit. Gleich meine Lieblingsbeschäftigung: Unkraut sprühen
:/ Und nicht etwa nur Disteln, sondern alles entlang dem Wegesrand. Schön mit
Glyphosat alles zugeballert. Den Sinn dahinter verstehe ich immer noch nicht.
Anscheinend dient es dazu, dass es ordentlich aussieht und es soll erleichtern
die Kühe in die Melkanlage zu treiben, weil sie nicht auf dem Weg stehen
bleiben können um zu fressen. Naja. Habe auch noch Motorräder sauber gemacht.
Das war besser. Und sich endlich wieder aufs Motorrad zu schwingen und die Kühe
rein zu holen.
Insgesamt ist mir aber das „Einleben“ auf der Farm ziemlich
schwer gefallen. Nach 2 Monaten in kompletter Freiheit, in der man machen
konnte was man wollte und vor allem wann man wollte wieder gesagt zu bekommen
was man wann wie zu machen hat ist nicht toll. Vor allem wenn man wieder
realisiert, dass man oft einfach nur nach Leistung bewertet wird. Also du als
Mensch nicht wertvoll bist, wenn du nicht gute Arbeit leistest. Ich muss echt
zugeben, dass es nicht leicht war sich da wieder dran zu gewöhnen. Obwohl
eigentlich geht es nicht darum sich dran zu gewöhnen, sondern darum, die Lage
bewusst zu akzeptieren aber trotzdem darüber zu stehen. Sich nicht auch noch
selbst auf seine Leistung zu reduzieren, sondern sich dessen bewusst zu sein, dass
man aus dem alleinigen Grund dass man existiert wertvoll ist und das Grund
Genug ist Respekt gegenüber sich selbst aufzubringen.
Das Ganze ist für mich schon lange ein ziemliches Thema,
aber ich glaube dieser Übergang von „Freiheit“ zu Arbeit hat mich da ziemlich
weiter gebracht.
Um euch jetzt mal noch einen Gesamtüberblick über mein Herumgereise auf der Südinsel zu geben habe ich mal alles in eine Karte eingezeichnet.
1 1/2 Monate bin ich nonstop durch die Gegend gefahren. Los ging es von der Farm in Ashburton. Das ist auf meiner Karte ungefähr beim 2. vertikalen Knick von rechts aus gesehen ungefähr in der Mitte der Stelle an der sich mein Weg jeweils in beide Richtungen gegabelt hat.
Also Farm -> Dunedin -> Invercargill -> Bluff -> Stewart Island -> Winton -> Gore -> Roxboburgh, Alexandra, Clyde -> Wanaka -> Queenstown -> Te Anau -> Cromwell -> Omarama -> Twizel -> Mt. Cook -> Twizel -> Mt. Cook -> Twizel -> Lake Tekapo -> Geraldine -> Arthur's Pass -> Greymouth -> Punakaiki -> Cape Foulwind -> Westport -> Motueka -> Takaka -> Cape Farewell -> Takaka -> Motueka -> Nelson -> Blenheim -> Kaikoura -> Christchurch -> Lincoln -> Ashburton -> Farm
Um euch jetzt mal noch einen Gesamtüberblick über mein Herumgereise auf der Südinsel zu geben habe ich mal alles in eine Karte eingezeichnet.
1 1/2 Monate bin ich nonstop durch die Gegend gefahren. Los ging es von der Farm in Ashburton. Das ist auf meiner Karte ungefähr beim 2. vertikalen Knick von rechts aus gesehen ungefähr in der Mitte der Stelle an der sich mein Weg jeweils in beide Richtungen gegabelt hat.
Also Farm -> Dunedin -> Invercargill -> Bluff -> Stewart Island -> Winton -> Gore -> Roxboburgh, Alexandra, Clyde -> Wanaka -> Queenstown -> Te Anau -> Cromwell -> Omarama -> Twizel -> Mt. Cook -> Twizel -> Mt. Cook -> Twizel -> Lake Tekapo -> Geraldine -> Arthur's Pass -> Greymouth -> Punakaiki -> Cape Foulwind -> Westport -> Motueka -> Takaka -> Cape Farewell -> Takaka -> Motueka -> Nelson -> Blenheim -> Kaikoura -> Christchurch -> Lincoln -> Ashburton -> Farm



Es fällt schwer, wenn man in einer Leistungsgesellschaft aufgewachsen ist und in dieser lebt, sich von dem Leistungsgedanken frei zu machen.
AntwortenLöschenMich bewegt dieses Thema auch sehr. Ich denke, wir müssen uns dies immer wieder bewusst machen, dass jeder Mensch seinen Wert ansich hat, ganz unabhängig von dem was er leisten kann und dass da viel mehr ist als man herkömmlich messen kann.
Einige Texte, die mich in dem Zusammenhang schon viele Jahre begleiten möchte ich hier noch mit erwähnen:
"Einen Menschen zu lieben, heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemacht hat."
Fjodor Dostojewski
"Du darfst wissen, du bist einmalig, unverwechselbares Original. Du darfst wissen, es ist gut so, wie du bist mit deiner Begabung und deinen Begrenzungen ..."
Poster Kawohl Autor Jacob Abrell
Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee,
und dass du atmest, kein Entschluss von dir.
Vergiss es nie: Dass du lebst, war eines anderen Idee,
und dass du atmest, sein Geschenk an dich.
Vergiss es nie: Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du,
und niemand lächelt so, wie du's grad tust.
Vergiss es nie: Niemand sieht den Himmel ganz genau wie du,
und niemand hat je, was du weißt, gewusst.
Vergiss es nie: Dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt,
und solche Augen hast alleine du.
Vergiss es nie: Du bist reich, egal ob mit, ob ohne Geld,
denn du kannst leben! Niemand lebt wie du
Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
ganz egal ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.
Du bist du.
Jürgen Werth