Letzer Arbeitstag, VeganVibes & Mount Manganui


Endlich komme ich mal wieder dazu, den Blog hier zu aktualisieren. Die letzten Tage habe ich immer, wenn ich mal Zeit hatte, versucht, meine nächsten Tage zu planen.
Aber von vorne.

Freitag hatte ich meinen letzten Arbeitstag hier. Musste - mal wieder - trockene Äste abschlagen und war irgendwie total fertig. Hat jedenfalls überhaupt keinen Spaß gemacht. Ich muss sagen, ich bin schon etwas enttäuscht. Ich dachte, ich lerne hier viele neue Dinge und nützliche Fähigkeiten, aber das war überhaupt nicht der Fall. Trockene Äste abschlagen und Öfen putzen sind jetzt nicht so die Fähigkeiten, die einem im Leben weiter helfen...
Es gab auch erstmal noch ein Missverständnis: Sue meinte ich soll bis viertel 2 arbeiten, ich hatte mir aber bis viertel 1 gemerkt, und habe dann ohne schlechtes Gewissen 12:10 mit arbeiten aufgehört, weil es anfing zu regnen. Das ich quasi eine Stunde geschwänzt habe, kam erst abends raus. Die Stunde sollte ich am Samstag dann nachholen, indem ich die Äste, die nun auf dem Boden liegen, einsammle.
Abends habe ich dann noch einmal Kiwis geschält. Hatte Sue gefragt, ob ich ihr irgendwie noch helfen kann, weil sie immer Abendbrot macht und es noch nie geklappt hat, dass ich ihr dabei helfe. Ich habe immer nur abgeräumt. (Auch hier ist es übrigens so, dass der Mann fast nichts im Haushalt macht. Richard hat sich weder beim Kochen, noch beim Aufräumen beteiligt.)

Samstag bin ich dann also extra zeitig aufgestanden, weil ich ja noch die Äste sammeln musste, aber Sue mich schon um 9 in die Stadt fahren wollte. Als ich dann punkt 8 Uhr bereit stand, stellte sich heraus, dass ihr die Hilfe beim Kiwis schälen schon gereicht hat. Da hätte ich auch länger schlafen können. Im Endeffekt habe ich dann doch Holz eingesammelt, weil ich ja eh noch ne Stunde warten musste.
Um 9 ging es dann aber endlich in die Stadt. Sue hat mich in Greerton abgesetzt und von dort bin ich mit dem Bus zum Soper Reserve gefahren. Das ist der Park, wo das VeganVibes statt gefunden hat. Die Busfahrt bezahlt man hier übrigens bar beim Fahrer, wenn man nicht so eine fancy Buskreditkarte hat. Kostet 3,40$ und es gibt nur Einzelfahrten. Das hat mich übrigens fast ganz schön ausgerußt, dass man nicht mit Karte bezahlen kann. Hatte nach dem VeganVibes kein Kleingeld mehr und wollte mit Karte beim Bus zahlen. Es heißt ja auch überall, hier braucht man kein Bargeld. Tja. Für den Bus schon. Also den letzten 50$ Schein raus gekramt - aber verdammt, auch der ging nicht. Habe dann all mein Kleingeld zusammengekratzt und doch noch irgendwie 3,40$ zu Tage befördert, aber das war ganz schön knapp.

VeganVibes

Genau. Das VeganVibes. Es war auf jeden Fall ein sehr kleines Festival, das wie zu erwarten fast ausschließlich aus Ständen bestand, wo man sich Essen kaufen konnte. (Apropos bargeldlos: Auch an den Buden konnte man überall mit Karte zahlen.) Dafür war es trotzdem recht gut gefüllt.

Das Essen dort war super aber teuer. Habe mir trotzdem mal ordentlich gegönnt :D Als erstes so eine Spinat-"Käse"-Rolle, dann einen Burger mit pulled Jackfruit und zum Schluss noch ein Stück Blueberry "Cheese"cake. Außerdem konnte man überall Zeug verkosten. An dem einen Stand gab es um Beispiel veganen Edamer und Mozzarella zu Probieren und an einem anderen sehr scharf gewürztes Tofu. Außerdem hab ich noch irgend eine Art Saft mit fermentiertem Zeug in die Hand gedrückt bekommen, der angeblich den Körper vitalisieren soll. Meine Erkältung ist aber nicht besser geworden.
In so einem kleinen Zelt gab es dann noch Vorträge. Da habe ich mir einen über Bitterstoffe und so angehört und dabei noch einen leckeren Tee bekommen und am Schluss habe ich mir eine Kochshow angesehen. Die haben ganz einfach Schoko-Kokos Milch gemacht, veganen Käsedip aus Cashewnüssen und irgendwelche Karamell Slices, die mit Schokolade überzogen waren. Das Beste an dem ganzen Vortrag war eigentlich, dass man alles was sie gemacht haben auch probieren konnte :)
Was sehr cool war, war dass mich, als ich alleine am Tisch saß und meinen Burger verspeist habe, 2 Mädels aus Auckland angesprochen haben. Die eine fragte einfach so aus dem Blauen heraus, wie denn mein Tag so war. Voll nett :)
Insgesamt war es auf jeden Fall schön, aber Festivals alleine sind halt so ne Sache. Siehe Folklorum.

Der Mount Manganui von Weitem


Endlich oben!
Nachdem ich dann genug gesehen und gegessen hatte bin ich mit dem Bus zum Mount Manganui gefahren. (Hier war das Problem mit dem Bezahlen im Bus.) Ich hatte allerdings nur 2h Zeit und musste mich mit dem Aufstieg also ziemlich beeilen. Für den braucht man anscheinend ansonsten ca. eine 3/4h, aber ich habe es in einer halben geschafft. War natürlich danach auch entsprechend fertig. Es war auch ziemlich heiß. Zumindest in der Sonne. Auf dem halben Weg nach oben hab ich dann noch 2 deutsche Jungs getroffen. Ist immer ziemlich amüsant, wenn man sich als deutsch erkennt und dann anspricht.
Der anstrengende Aufstieg hat sich aber auf jeden Fall gelohnt! Ich wurde mit einem grandiosen Blick über Tauranga belohnt - und das auch noch bei bestem Wetter!

Panorama vom Gipfel


Ein cooler Baum. Habe ich auf dem Absteig entdeckt.

Der derzeitige Plan sieht so aus: Sonntag setzt mich Sue in der Stadt ab, den Tag verbringe ich dann noch in Tauranga und die Nacht im "ArtHouse Accomodation". Montag morgen fahre ich mit dem Bus nach Rotorua. Dort schaue ich mir einen Tag lang die Stadt an, übernachte dort und fahre Dienstag Morgen zur nächsten Farm Wwoofen. Habe mir noch Samstag Nachmittag einen Platz auf einer Dairy Farm geangelt, auf der ich wahrscheinlich 2 Wochen bleiben werde. Danach werde ich hoffentlich einige Erfahrung mit "Milchvieh" haben.


Gestern beim Skype mit meiner Familie wurden sich Bilder von der Avocadofarm gewünscht. Hier habt ihr welche:


Das Anwesen

Auf der Avocadoplantage


Es werden auch eigene Orangen angepflanzt - die sind hammer lecker!

Achja, was ich ganz vergessen hatte: Heute Nacht war bei mir Zeitumstellung (habe ich selber nicht bemerkt). Das heißt ihr müsst jetzt +11 rechnen, um zu wissen wie spät es bei mir ist.

Kommentare

  1. Was war so ein highlight von dem.vegan festival?

    Wer weiß wofür du äste abschlagen und öfen putzen mal brauchst. Vil. Machst du ja mal eine firma auf die öfen putzt und äste abschlägt ;)

    Das mit dem berg klingt mega schön :)
    Bin schon hyped auf die bilder!

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    1. Definitiv der Kuchen und dieses Karamell-Ding! Die waren so lecker! Und ich hab schon seit ich in Neuseeland angekommen bin Bock auf vegane Süßigkeiten :D

      Definitiv.

      War es auf jeden Fall :) Die Bilder sind jetzt da :D

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  2. Die Gegend ist sehr schön.

    Ich nehme an, es wird im Wesentlichen dabei bleiben, dass du Hilfsarbeiten machen wirst.
    Aber auch da ist der Lerneffekt sicher nicht zu gering. Alles drumherum, was du erlebst und was und wer dir begegnet, welche täglichen Herausforderungen du hast und was mit dir selbst passiert, das entwickelt Fähigkeiten für dein Leben.

    Was mich wundert: Es ist Frühling. Es ist eigentlich keine Erntezeit. Und doch hängen Orangen und Avocados na den Bäumen. Wo liegt mein Denkfehler?


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    1. Ja. Das es bei Hilfsarbeiten bleiben wird ist mir schon klar, aber ich dachte es sind sinnvollere Dinge. Sowas wie Kühe melken zum Beispiel. Das kann ich natürlich in einem Obstgarten nicht erwarten, aber ich hoffe dazu komme ich jetzt bei der Dairy Farm.
      Ich hoffe es!

      Das verstehe ich auch überhaupt nicht... Die sind auch alle noch nicht so richtig reif. Aber einige halt schon. Das ist total merkwürdig.
      Beim googeln habe ich gerade heraus gefunden, dass es verschiedene Orangensorten zu geben scheint, die auch zu verschiedenen Zeiten in Neuseeland reif sind. Die einen im Sommer und die anderen im Winter.

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  3. Voll die hübschen Bilder, das Vegane essen sieht geilste aus

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