Rotorua - die Stadt in der es nach verfaulten Eiern stinkt?

Das dampfende Rotorua
Heute morgen ging es mit dem Bus von Tauranga nach Rotorua. Das ist die Stadt mit den ganzen Schwefel-Geysiren. Ich wollte mir eigentlich die tolle Landschaft anschauen, aber ich war so müde, dass ich mal wieder einfach eingeschlafen bin... Das scheint zur Gewohnheit zu werden.
Dann in Rotorua angekommen, habe ich erstmal den Schwefelgestank vermisst. Eigentlich haben immer alle behauptet, dass dir sofort, wenn du aus dem Bus steigst, der Geruch nach verfaulten Eiern entgegenschlägt. Ich scheine also das Glück auf meiner Seite zu haben.
Eine, die im Bus vor mir saß und offensichtlich auch ein Backpacker ist, stand dann etwas verloren an der Haltestelle. Ich habe sie angesprochen und es stellte sch heraus, dass sie in gleiche Hostel wie ich wollte. Also sind wir zusammen zu Hostel gelaufen und wollten einchecken - was natürlich noch nicht ging. Deshalb haben wir unser Zeug abgestellt und der nette Typ von der Rezeption hat uns einen Tipp gegeben, wo wir lang laufen können: Imer an der Küste vom Lake Rotorua entlang, mit Schwefel "Geysiren" am Wegesrand, dann durch ein traditionelles Maori-Dorf (die "Ohinemutu Maori Village") und abschließend durch den "Kuirau Park" - ebenfalls mit geothermischen Schauplätzen bestückt.

Wir haben dann seinen Rat befolgt und sind den Weg dort entlang gegangen. Beim Quatschen stellte sich heraus, dass die andere Backpackerin ebenfalls Katharina heißt, wir in Tauranga im gleichen Hostel waren, und dass sie Erzieherin ist. Sie hat schon 3 Jahre gearbeitet und macht jetzt glaube ich einen Monat Urlaub in Neuseeland und bleibt dann noch 2 Monate in Australien - das Ganze aber ohne Arbeiten. Würde sich in der kurzen Zeit ja auch nicht lohnen.
Das Ufer des Lake Rotorua
Der Weg war sehr schön. Es ging am See entlang, indem an einigen Stellen das Wasser komplett milchig war und an blubbernden und dampfenden Quellen vorbei (hier hat man endlich mal den Schwefel gerochen - war eigentlich gar nicht so ein unangenehmer Geruch). In einigen von den Quellen wuchsen grüne oder braune Algen, die echt schleimig aussahen. Und links und rechts vom Weg waren überall gelbe Steine, die aussahen, als ob sie gleich zerbröseln, sich dann aber doch erstaunlich fest anfühlten. An vielen Stellen standen Schautafeln, die die interessanten Farben erklärt haben. (Achtung, es folgen Infos über die chemischen Aktivitäten in Rotorua - wen es nicht interessiert, einfach weiter scrollen!)
Blubbernde und dampfende Matschpfütze
So hat sich zum Beispiel heraus gestellt, dass die Gelben und Schwarzen Farben in den Steinen von Schwefel Kristallen kommen, die sich an diesen gebildet haben. Der Schwefel ist durch aufsteigendes Hydrogensulfid-Gas an die Oberfläche gekommen. Dabei entstehen die schwarzen Kristalle bei höheren Temperaturen (112 °C) als die gelben (98 °C). Außerdem kann man auch graues Sintergestein finden. (= "Gestein, das durch eine allmähliche mineralische Ablagerung entsteht", Wikipedia) Das hat sich dadurch gebildet, dass sich Siliziumdioxid aus aus basischem Quellwasser abgesetzt hat, dass das Ufer überschwemmt hat, als der Wasserspiegel des Sees noch höher war. In Spalten dieses Sintergesteins haben sich dann an den Stellen, an denen Gas aus dem Boden ausgetreten ist, gelbe Schwefelkristalle gebildet.
Dass das Wasser im Lake Rotorua an einigen Stellen so milchig ist, lässt sich dadurch erklären, dass sich im Wasser abgeschiedene Schwefelpartikel befinden. Diese kommen aus dem Hydrogensulid-Gas, das aus dem Seeboden aufsteigt.
Was mir erst aufgefallen ist, nachdem ich so eine Tafel gelesen habe, ist, dass das Holz in der Nähe dieser Schwefelquellen überall so aussah, als ob es schonmal gebrannt hat. Das kommt daher, dass Schwefelsäure das Holz sehr schnell karbonisiert.

Ein Tümpel mit schleimigen Algen
Man konnte leider nicht sehr nah an die Schwefel-"Geysire" ran, weil das zu gefährlich ist. Erstens, sind diese Quellen kochend heiß (sogar der Dampf war so heiß, dass ich mir daran fast die Hand verbrannt habe), und zweitens ist die Gesteinsschicht oberhalb der Quellen an einigen Stellen so dünn, dass man einfach einbrechen würde. Ich schreibe Geysire übrigens immer in Füßchen, weil man sich (also ich mir zummindest) unter Geysier eher eine Art Fontäne vorstelle. Das war es aber überhaupt nicht. Eher kleine, blubbernde, dampfende und sinkende Pfützen, die zudem zum Großteil unter Felsen versteckt waren. Trotzem heißen diese Pfützen "Sulphur Geysers", was übersetzt so viel wie "Schwefel-Geysire" heißt.

Um den Weg herum war außerdem ein riesiges Vogelschutzgebiet - dazu gab es unglaublich viele Infotafeln, aber auf die hatte ich keine Lust :D

Die St. Faith's Anglican Church von außen
Nach diesem Weg am See haben wir uns das Maori-Dorf angeschaut. Diese Holzchnitzereien überall sind echt unglaublich! Zwei nette Damen haben uns dann eingeladen, ein Kirche anzuschauen - die war auch echt schön! (St Faith's Anglican Church) Wir haben ein bisschen mit den beiden gequatscht - und sie haben uns gesagt, wie die Wahlen in Deutschland ausgefallen sind :D Das war echt witzig. Die Neuseeländer geben den Deutschen Infos über die Wahlen in Deutschland xD

... und von Innen

Ein traditionelles Maori Verammlungshaus

Schnitzerei um eine Steintafel in der Maori Village

Der dampfende See
In dem Kuirau Park gab es einen riseigen dampfenden See. Man konnte auf einer Brücke mitten durch laufen - das war echt beeindruckend! Und das Beste war, der Dampf hat nicht gestunken und war warm. Das kam mir sehr gelegen. Es war nämlich ansonsten nicht sonderlich warm. Zum Mittagessen haben wir uns an eine Bank neben einen See gesetzt und ungetoastetes Toast mit Erdnussbutter verspeißt - der einzige Aufstrich, den ich besitze. Platzprobleme...
Mittlerweile war es nach 14:00 und wir waren beide ziemlich müde, also sind wir zurück ins Hostel um einzuchecken.
Ich war erst absolut nicht begeistert, weil die ersten Beiden, die ich in meinem Zimmer getroffen habe, die ganze Zeit auf einer anderen Sprache gesprochen haben und ich kein Kopfkissen hatte. Das hatte sich der Typ aus dem Bett unter mir genommen und ich musste es mir erst zurück holen.

Als ich dann Abends (nachdeem ich den Nachmittag mit Blog schreiben und Einkaufen verbracht habe) zurück ins Zimmer gekommen bin, haben wir uns doch wirklich gut unterhalten. Nach und nach kam dann das Ganze Zimmer dazu und wir haben im Endeffekt zu sechst auf Englisch gequatscht. Das ging echt gut, da es für uns alle eine Fremdsprache war. Endlich mal viele Leute kennen gelernt heute! Das hat den Tag - und besonders den Abend - echt toll gemacht!
Ich werde auf jeden Fall nochmal hierher zurück kommen, wenn ich von der Farm wieder komme. Es gibt hier in der Nähe noch so viel zu sehen! Zum Beispiel den Wai-O-Tapu Nationalpark mit blauen und grünen Seen, noch mehr Schwefel-"Geysiren" und heißen Quellen in denen man kostenlos Baden darf; den Redwood Forest mit dem Redwood Tree Walk und Te Puia - noch ein traditionelles Maoridorf in dem es eine sehr gute Führung geben soll.

Durch diesen zauberhaften Wald sind wir gekommen, als wir am Seeufer entlang gegangen sind





















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