Ich wollte mich endlich mal wieder melden: Hier bin ich! :D Ciao.
Nein Spaß. Ein Roman folgt.
Seit dem 26.9. bin ich nun auf der Dairy Farm in Galatea –
und wie ihr vielleicht dem Titel des Posts entnehmen könnt, bin ich hier super
glücklich. Die Begeisterung hat nicht nur die ersten Tage angehalten!
Da ich so lange nichts hier geschrieben habe, kostet es mich
jetzt doch einiges an Überwindung mal wieder einen Post zu verfassen. Es ist
einfach so viel passiert, dass das hier vermutlich ein Roman werden wird und
ich weiß gar nicht, was ich alles erwähnen soll und was nicht und ich muss es
auch erst einmal für mich sortieren – ich habe eine riesige Stichpunktliste mit
Dingen, die wir erlebt haben. Naja. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert :D
Im letzten Post hatte ich geschrieben, dass immer um die 60
Kühe über den Pfad trampeln. Streicht das aus eurem Kopf, das war eine Lüge! Es
sind ca. 170 Kühe die wir täglich 4 mal da drüber jagen! Dazu kommen noch ca.
60 die zurzeit schwanger sind, oder noch nie ein Kalb hatten, ca. nochmal so
viele Kälber und 7 Bullen.
Wir hatten bisher nach all dem Regen auch mal 2-3 Tage an denen die Sonne schien. Das war wunderbar (und ich habe nicht mal Sonnenbrand bekommen obwohl wir viel ohne Sonnencreme draußen waren). In der Zeit ist der Pfad getrocknet und war echt knochentrocken. Da konnte man mit dem Auto richtig rasen! Jetzt regnet es aber wieder viel und der Pfad sieht aus wie vorher. Der Regen hat aber auch was: Hier sieht man dauernd Regenbögen – und auch doppelte sind keine Seltenheit! (Nein, wir sind nicht betrunken!)
Was sehr interessant war: Die Kühe haben nach dem ersten sonnigen Tag viel mehr Milch im Euter gehabt – sie konnten kaum laufen! Das liegt einfach daran, dass das Gras durch die ganze Sonne fotosynthetisch sehr aktiv ist. Ist aber erstaunlich, dass sich das so schnell und direkt auf die Milchmenge auswirkt!
Wir hatten bisher nach all dem Regen auch mal 2-3 Tage an denen die Sonne schien. Das war wunderbar (und ich habe nicht mal Sonnenbrand bekommen obwohl wir viel ohne Sonnencreme draußen waren). In der Zeit ist der Pfad getrocknet und war echt knochentrocken. Da konnte man mit dem Auto richtig rasen! Jetzt regnet es aber wieder viel und der Pfad sieht aus wie vorher. Der Regen hat aber auch was: Hier sieht man dauernd Regenbögen – und auch doppelte sind keine Seltenheit! (Nein, wir sind nicht betrunken!)
Was sehr interessant war: Die Kühe haben nach dem ersten sonnigen Tag viel mehr Milch im Euter gehabt – sie konnten kaum laufen! Das liegt einfach daran, dass das Gras durch die ganze Sonne fotosynthetisch sehr aktiv ist. Ist aber erstaunlich, dass sich das so schnell und direkt auf die Milchmenge auswirkt!
Organic
certified
Die Farm
hier ist übrigens „organic certified“. Das ist sowas wie Bio, nur viel
strenger. Die Kühe dürfen z.B. nur Gras und Silage (im Winter) fressen.
Letzteres aber auch nur begrenzt.
Deshalb wandern die Kühe immer weiter, damit auf den Weiden auf denen sie schon waren das Gras nachwachsen kann. Die Weiden dürfen dann nicht mit normalem Chemiedünger gedüngt werden, sondern nur mit natürlichen Dingen und die Kühe bekommen nicht einfach mal eine Spritze, wenn sie einen Klumpen im Euter haben, sondern werden mit einer speziellen Lotion oder Aloe Vera eingesprüht und bekommen eine Eutermassage. (Das funktioniert übrigens viel besser als eine Spritze: Bei der Spritze geht zwar der Klumpen erst mal weg, aber man darf dann 15 Tage die Milch der Kühe nicht verwenden, weil Rückstände des Wirkstoffs Penicilin in der Milch sind. Und nach den 15 Tagen scheint der Klumpen normalerweise wieder da zu sein… Auch der organic Dünger wirkt viel besser. Karl meinte, sie hatten am Anfang Probleme, weil das Gras nicht schnell genug nachgewachsen ist und mussten viel zufüttern, aber seit sie organic sind haben sie damit gar keine Probleme mehr. Außerdem ist die Lotion und der natürliche Dünger günstiger als Spritzen und Chemie.)
Deshalb wandern die Kühe immer weiter, damit auf den Weiden auf denen sie schon waren das Gras nachwachsen kann. Die Weiden dürfen dann nicht mit normalem Chemiedünger gedüngt werden, sondern nur mit natürlichen Dingen und die Kühe bekommen nicht einfach mal eine Spritze, wenn sie einen Klumpen im Euter haben, sondern werden mit einer speziellen Lotion oder Aloe Vera eingesprüht und bekommen eine Eutermassage. (Das funktioniert übrigens viel besser als eine Spritze: Bei der Spritze geht zwar der Klumpen erst mal weg, aber man darf dann 15 Tage die Milch der Kühe nicht verwenden, weil Rückstände des Wirkstoffs Penicilin in der Milch sind. Und nach den 15 Tagen scheint der Klumpen normalerweise wieder da zu sein… Auch der organic Dünger wirkt viel besser. Karl meinte, sie hatten am Anfang Probleme, weil das Gras nicht schnell genug nachgewachsen ist und mussten viel zufüttern, aber seit sie organic sind haben sie damit gar keine Probleme mehr. Außerdem ist die Lotion und der natürliche Dünger günstiger als Spritzen und Chemie.)
Karl hat uns allgemein sehr viele interessante Dinge über Dairy
Farming und das organic sein erzählt – und seit er auf meinem WWOOF-Profil gesehen
hat, dass ich daran wirklich interessiert bin tut er das noch mehr. Vor, nach
und während des Melkens ist immer mal eine freie Minute zum Quatschen.
So hat er uns zum Beispiel erzählt, dass er mit seiner Familie 3 Monate lang vegan gelebt hat, sie jetzt aber wieder Fleisch essen, weil einfach zu viel davon da war, das ansonsten weg geschmissen worden wäre. Trotzdem essen sie nur organic. Das krasse an der ganzen Sache ist, dass sie die Chemikalien in Essen riechen, das nicht organic ist und vor allem davon wirklich krank werden.
Außerdem meinte er, dass Salmonellen dadurch „in den Umlauf gebracht werden“, dass Chemiedünger auf die Felder gesprüht wird, auf denen die Körner für die Hühner wachsen. Diesen nehmen sie dann mit der Nahrung zu sich. Dadurch soll es dann irgendwie Salmonellen geben. Wie genau das zusammenhängt habe ich aber nicht verstanden. Jedenfalls kann man organic Hühnchen auch roh essen ohne krank zu werden.
Was über Kühe sehr interessant war: Sie verlieren einmal im Leben all ihre Zähne und bekommen Neue. Dann ist aber nicht Schluss mit Zähnen wie bei uns, sondern sie bekommen immer neue wenn welche raus fallen – genau wie Haie. Das ist aber auch notwendig, da sich die Zähne super schnell abnutzen! Ich habe einen Kuhzahn gefunden, der einfach komplett abgeschliffen ist. Und das obwohl Kuhzähne so hart sind, dass man sie nicht mal mit dem Hammer zerschlagen kann!
Milch wird übrigens mit Wasserstoffperoxid gebleicht, damit sie weißer ist – das ist das gleiche Zeug mit dem man blondiert und bleicht usw.! Und das muss nicht einmal als Inhaltsstoff angegeben werden!
Karl zeigt uns auch dauernd irgendwelche Grassorten oder Kräuter und erklärt uns, warum sie gut für die Kühe sind bzw. was sie bewirken. Das ist super interessant, aber ich kann es mir leider zum Großteil nicht merken, da alle Fachbegriffe auf Englisch sind. Und wenn ich weder weiß wie sie geschrieben werden, noch eine Übersetzung dafür habe ist es für mich noch nahezu unmöglich etwas abzuspeichern. Interessant ist, dass es hier auch roten und weißen Klee, Hirtentäschelchen und Sauerampfer gibt. Eigentlich ist es auch total logisch, dass Kühe nicht nur Gras, sondern auch Salat und Kräuter brauchen um sämtliche Mineralien zu bekommen, aber ich war trotzdem überrascht, dass auf einigen Weiden Salat und Ähnliches ausgesät wurde.
So hat er uns zum Beispiel erzählt, dass er mit seiner Familie 3 Monate lang vegan gelebt hat, sie jetzt aber wieder Fleisch essen, weil einfach zu viel davon da war, das ansonsten weg geschmissen worden wäre. Trotzdem essen sie nur organic. Das krasse an der ganzen Sache ist, dass sie die Chemikalien in Essen riechen, das nicht organic ist und vor allem davon wirklich krank werden.
Außerdem meinte er, dass Salmonellen dadurch „in den Umlauf gebracht werden“, dass Chemiedünger auf die Felder gesprüht wird, auf denen die Körner für die Hühner wachsen. Diesen nehmen sie dann mit der Nahrung zu sich. Dadurch soll es dann irgendwie Salmonellen geben. Wie genau das zusammenhängt habe ich aber nicht verstanden. Jedenfalls kann man organic Hühnchen auch roh essen ohne krank zu werden.
Was über Kühe sehr interessant war: Sie verlieren einmal im Leben all ihre Zähne und bekommen Neue. Dann ist aber nicht Schluss mit Zähnen wie bei uns, sondern sie bekommen immer neue wenn welche raus fallen – genau wie Haie. Das ist aber auch notwendig, da sich die Zähne super schnell abnutzen! Ich habe einen Kuhzahn gefunden, der einfach komplett abgeschliffen ist. Und das obwohl Kuhzähne so hart sind, dass man sie nicht mal mit dem Hammer zerschlagen kann!
Milch wird übrigens mit Wasserstoffperoxid gebleicht, damit sie weißer ist – das ist das gleiche Zeug mit dem man blondiert und bleicht usw.! Und das muss nicht einmal als Inhaltsstoff angegeben werden!
Karl zeigt uns auch dauernd irgendwelche Grassorten oder Kräuter und erklärt uns, warum sie gut für die Kühe sind bzw. was sie bewirken. Das ist super interessant, aber ich kann es mir leider zum Großteil nicht merken, da alle Fachbegriffe auf Englisch sind. Und wenn ich weder weiß wie sie geschrieben werden, noch eine Übersetzung dafür habe ist es für mich noch nahezu unmöglich etwas abzuspeichern. Interessant ist, dass es hier auch roten und weißen Klee, Hirtentäschelchen und Sauerampfer gibt. Eigentlich ist es auch total logisch, dass Kühe nicht nur Gras, sondern auch Salat und Kräuter brauchen um sämtliche Mineralien zu bekommen, aber ich war trotzdem überrascht, dass auf einigen Weiden Salat und Ähnliches ausgesät wurde.
Kälber – Beide Seiten der Medaille
Zurzeit kalben hier gerade die letzten Kühe. Dadurch erlebt man
dauernd so tolle Sachen wie eine Geburt, wie die Kuh ihr neues Kalb sauber
leckt oder sogar eine Kuh, die ihre Nachgeburt gegessen hat! Davon habe ich
noch nie gehört, aber Kühe, Hunde und Vögel scheinen das normalerweise zu
machen. Bei den Kühen ist es aber mittlerweile ziemlich selten geworden. Wir
mussten sogar schon Kälber an den Beinen aus der Kuh raus ziehen, weil sie es nicht
alleine hin bekommen hat. Das war wirklich beeindruckend – und echt komisch
anzusehen wie Karl einfach in die Kuh gelangt hat, das Seil um die Beine des
Kalbs geknotet hat und wir dann alle daran gezogen haben bis es halb raus hing.
Dann muss man eine Weile warten, damit die Flüssigkeit aus der Lunge heraus
fließt und dann kann man es ganz raus ziehen und es knallt einfach auf den
Boden.
Man erlebt aber auch die Kehrseite. Zum Beispiel haben wir schon diverse tote Kälber aus Kühen gezogen – ich glaube bis jetzt waren es insgesamt 3! Das erste Mal als wir das gemacht haben, waren es gleich 2 Kälber – beide tot. Das war wirklich sehr traurig anzusehen und hat mich ziemlich überrannt. Vor allem die Reaktion der Kuh war krass. Sie hat die ganze Zeit ihre Kälber geleckt und gehofft dass sie aufwachen. Wir haben sie dann mit den Kälbern über Nacht alleine gelassen und morgens lag sie immer noch neben ihnen und hat gemuht! Das war wirklich krass.
Was auch immer sehr herzzerreißend ist, ist die kleinen Kälber von ihren Müttern zu trennen. Beide sind total verstört, wenn man das kleine Kalb schnappt, hoch hebt (die wiegen meist so um die 50kg! Das erwartet man gar nicht!), und in den Anhänger wirft. (Ja, wirft. Das Ganze geht nicht besonders sanft zu.) Die Kuh fängt immer an richtig verzweifelt zu muhen, wenn sie versteht, dass ihr ihr Kalb weggenommen wird und rennt unablässig Auto und Anhänger hinterher.
Letztens war aber auch eine Kuh dabei die sehr schnell das Interesse an ihrem Kalb verloren hat und sich lieber dem frischen Gras gewidmet hat. Es gab aber auch schon eine, die ihrem Kalb nicht von der Seite weichen wollte (Nummer 43) und immer wieder ausgebrochen ist und zu ihrem Kalb gerannt ist. Die mussten wir dann echt mit Gewalt zurück bringen – dabei hat Karl sie direkt mal angefahren. Sie hat die nächsten 3 Tage gehumpelt. Jetzt geht es ihr aber wieder gut. Sie steht nur auf dem Weg zum Melken manchmal neben den Kälbern und muht ihrer 73 zu. Jedes Mal wieder traurig das zu sehen.
Ich hatte im letzten Post geschrieben, dass die Kälber die Mischmilch der vorher schwangeren Kühe bekommen und mich gefragt ob das gut ist. Es scheint kein Problem zu sein, da darauf geachtet wird, dass die Kälber, bevor sie von ihren Müttern getrennt werden, mindestens einmal bei ihrer Mutter getrunken haben. Das scheint zu reichen.
Den ganz neuen Kälbern muss man dann immer beibringen, wie sie an den Milcheimern mit künstlichen Zitzen trinken müssen. Das ist oft eine ganz schön schwierige und anstrengende Angelegenheit! Sie wollen das nämlich überhaupt nicht. Meistens klappt es irgendwann, wenn man die Kälber zwischen seinen Beinen einklemmt, zum Milch Bottich bugsiert, ihnen die Hand in den Mund schiebt, an der sie dann saugen (und beißen!) und dann ihren Kopf Richtung Milch Bottich drückt, ihnen die künstlichen Zitzen ins Maul schiebt und sie in genau dieser Position festhält. Manchmal muss man sogar noch Milch aus den „Zitzen“ drücken, damit sie es raffen. Insgesamt braucht man meist um die 4x füttern mit je ca. 20 Anläufen, bis sie es verstanden haben.
Das Ding ist, das ganze macht man mehr oder weniger umsonst, weil nach ein paar Tagen der Truck kommt und die kleinen Kälber abholt. Die gehen dann tiefgefroren nach Frankreich und werden hauptsächlich zu Burger-Patties verarbeitet. Den Truck bekommt man eigentlich nie mit. Die Kälber sind meistens einfach irgendwann weg und man möchte auch nicht genauer darüber nachdenken, wohin sie verschwunden sind. Letztes wurde ein Kalb abgeholt, das erst am Tag vorher geboren wurde! Hier bleiben nur um die 60 Kälber – die sind aber alle schon etwas älter. Ist schon ein paar Wochen her, dass sie geboren wurden.
Ich habe letztens raus gefunden, dass der Truck mittlerweile nur noch einmal (nämlich morgen) kommt und konnte mein Glück schon kaum fassen! Aber weit gefehlt. Die die nach dem letzten Abholen geboren werden bleiben nicht etwa hier. Nein. Die werden einfach erschossen! Angeblich kann man sie nicht verkaufen und behalten wäre zu teuer. Einfach abgeschossen – für nichts!
Wir mussten übrigens schon ein Kalb erschießen – die 70. Wir haben uns bestimmt 4 oder 5 Tage lang um sie gekümmert, weil sie nie trinken wollte und immer alleine war. Wir mussten sie immer zum Trinken tragen und die ganze Zeit festhalten weil sie immer wieder währenddessen eingeschlafen ist, und mit dem Kopf von der „Zitze“ abgerutscht ist. Es sah auch so aus, als ob es ihr langsam besser geht, aber an dem einen Morgen konnte sie gar nicht mehr aufstehen und sah schon halb tot aus. Karl hat dann den Bolzen geholt und sie in den Hinterkopf geschossen. Er hat uns auch gefragt ob wir es machen wollen, aber wir konnten es nicht über uns bringen. War wahrscheinlich besser sie abzuschießen weil sie sich echt gequält hat, aber trotzdem super traurig. Es hat uns besonders getroffen weil wir uns halt so um sie gekümmert hatten und echt dachten, dass sie es schafft. Es war auch voll verstörend – ich habe noch ein Lebewesen wirklich sterben sehen. Nachdem sie den Bolzen in den Kopf bekommen hat, hat sie noch bestimmt eine halbe Stunde gezuckt!
Es ist auch jedes Mal wieder befremdlich die toten Kälber anzupacken und zu vergraben. Sie fassen sich immer super eklig an. Tot halt. Und dann ist man mit ihnen alles andere als sanft – ich meine klar sie spüren es nicht mehr. Aber Leichen unsanft in einen Anhänger zu werfen, in ein Loch zu falten und ohne weiteres einfach zu vergraben ist irgendwie komisch.
Das eine Kalb lag vorher vier Tage im Anhänger, bevor wir uns erbarmt haben und es eingegraben haben! Und das krasse war, es hat nicht gestunken und es waren auch keine Maden drin oder so. Laut Karl fangen tote organic Kälber erst nach 2 Wochen an zu stinken, während andere schon nach 2 Tagen nach Verwesung riechen. Vielleicht hat er da ein wenig übertrieben, aber trotzdem ist es super krass :o
Aber um nun mal von den traurigen Themen etwas weg zu kommen: Als wir das eine Kalb vergraben haben, habe ich mir aus Versehen den Stiel der Schaufel voll ins Gesicht geschlagen. Das hat richtig wehgetan und ich sehe nun echt lustig aus. Habe seit 3 oder 4 Tagen einen blauen Fleck im Gesicht! :D
Man erlebt aber auch die Kehrseite. Zum Beispiel haben wir schon diverse tote Kälber aus Kühen gezogen – ich glaube bis jetzt waren es insgesamt 3! Das erste Mal als wir das gemacht haben, waren es gleich 2 Kälber – beide tot. Das war wirklich sehr traurig anzusehen und hat mich ziemlich überrannt. Vor allem die Reaktion der Kuh war krass. Sie hat die ganze Zeit ihre Kälber geleckt und gehofft dass sie aufwachen. Wir haben sie dann mit den Kälbern über Nacht alleine gelassen und morgens lag sie immer noch neben ihnen und hat gemuht! Das war wirklich krass.
Was auch immer sehr herzzerreißend ist, ist die kleinen Kälber von ihren Müttern zu trennen. Beide sind total verstört, wenn man das kleine Kalb schnappt, hoch hebt (die wiegen meist so um die 50kg! Das erwartet man gar nicht!), und in den Anhänger wirft. (Ja, wirft. Das Ganze geht nicht besonders sanft zu.) Die Kuh fängt immer an richtig verzweifelt zu muhen, wenn sie versteht, dass ihr ihr Kalb weggenommen wird und rennt unablässig Auto und Anhänger hinterher.
Letztens war aber auch eine Kuh dabei die sehr schnell das Interesse an ihrem Kalb verloren hat und sich lieber dem frischen Gras gewidmet hat. Es gab aber auch schon eine, die ihrem Kalb nicht von der Seite weichen wollte (Nummer 43) und immer wieder ausgebrochen ist und zu ihrem Kalb gerannt ist. Die mussten wir dann echt mit Gewalt zurück bringen – dabei hat Karl sie direkt mal angefahren. Sie hat die nächsten 3 Tage gehumpelt. Jetzt geht es ihr aber wieder gut. Sie steht nur auf dem Weg zum Melken manchmal neben den Kälbern und muht ihrer 73 zu. Jedes Mal wieder traurig das zu sehen.
Ich hatte im letzten Post geschrieben, dass die Kälber die Mischmilch der vorher schwangeren Kühe bekommen und mich gefragt ob das gut ist. Es scheint kein Problem zu sein, da darauf geachtet wird, dass die Kälber, bevor sie von ihren Müttern getrennt werden, mindestens einmal bei ihrer Mutter getrunken haben. Das scheint zu reichen.
Den ganz neuen Kälbern muss man dann immer beibringen, wie sie an den Milcheimern mit künstlichen Zitzen trinken müssen. Das ist oft eine ganz schön schwierige und anstrengende Angelegenheit! Sie wollen das nämlich überhaupt nicht. Meistens klappt es irgendwann, wenn man die Kälber zwischen seinen Beinen einklemmt, zum Milch Bottich bugsiert, ihnen die Hand in den Mund schiebt, an der sie dann saugen (und beißen!) und dann ihren Kopf Richtung Milch Bottich drückt, ihnen die künstlichen Zitzen ins Maul schiebt und sie in genau dieser Position festhält. Manchmal muss man sogar noch Milch aus den „Zitzen“ drücken, damit sie es raffen. Insgesamt braucht man meist um die 4x füttern mit je ca. 20 Anläufen, bis sie es verstanden haben.
Das Ding ist, das ganze macht man mehr oder weniger umsonst, weil nach ein paar Tagen der Truck kommt und die kleinen Kälber abholt. Die gehen dann tiefgefroren nach Frankreich und werden hauptsächlich zu Burger-Patties verarbeitet. Den Truck bekommt man eigentlich nie mit. Die Kälber sind meistens einfach irgendwann weg und man möchte auch nicht genauer darüber nachdenken, wohin sie verschwunden sind. Letztes wurde ein Kalb abgeholt, das erst am Tag vorher geboren wurde! Hier bleiben nur um die 60 Kälber – die sind aber alle schon etwas älter. Ist schon ein paar Wochen her, dass sie geboren wurden.
Ich habe letztens raus gefunden, dass der Truck mittlerweile nur noch einmal (nämlich morgen) kommt und konnte mein Glück schon kaum fassen! Aber weit gefehlt. Die die nach dem letzten Abholen geboren werden bleiben nicht etwa hier. Nein. Die werden einfach erschossen! Angeblich kann man sie nicht verkaufen und behalten wäre zu teuer. Einfach abgeschossen – für nichts!
Wir mussten übrigens schon ein Kalb erschießen – die 70. Wir haben uns bestimmt 4 oder 5 Tage lang um sie gekümmert, weil sie nie trinken wollte und immer alleine war. Wir mussten sie immer zum Trinken tragen und die ganze Zeit festhalten weil sie immer wieder währenddessen eingeschlafen ist, und mit dem Kopf von der „Zitze“ abgerutscht ist. Es sah auch so aus, als ob es ihr langsam besser geht, aber an dem einen Morgen konnte sie gar nicht mehr aufstehen und sah schon halb tot aus. Karl hat dann den Bolzen geholt und sie in den Hinterkopf geschossen. Er hat uns auch gefragt ob wir es machen wollen, aber wir konnten es nicht über uns bringen. War wahrscheinlich besser sie abzuschießen weil sie sich echt gequält hat, aber trotzdem super traurig. Es hat uns besonders getroffen weil wir uns halt so um sie gekümmert hatten und echt dachten, dass sie es schafft. Es war auch voll verstörend – ich habe noch ein Lebewesen wirklich sterben sehen. Nachdem sie den Bolzen in den Kopf bekommen hat, hat sie noch bestimmt eine halbe Stunde gezuckt!
Es ist auch jedes Mal wieder befremdlich die toten Kälber anzupacken und zu vergraben. Sie fassen sich immer super eklig an. Tot halt. Und dann ist man mit ihnen alles andere als sanft – ich meine klar sie spüren es nicht mehr. Aber Leichen unsanft in einen Anhänger zu werfen, in ein Loch zu falten und ohne weiteres einfach zu vergraben ist irgendwie komisch.
Das eine Kalb lag vorher vier Tage im Anhänger, bevor wir uns erbarmt haben und es eingegraben haben! Und das krasse war, es hat nicht gestunken und es waren auch keine Maden drin oder so. Laut Karl fangen tote organic Kälber erst nach 2 Wochen an zu stinken, während andere schon nach 2 Tagen nach Verwesung riechen. Vielleicht hat er da ein wenig übertrieben, aber trotzdem ist es super krass :o
Aber um nun mal von den traurigen Themen etwas weg zu kommen: Als wir das eine Kalb vergraben haben, habe ich mir aus Versehen den Stiel der Schaufel voll ins Gesicht geschlagen. Das hat richtig wehgetan und ich sehe nun echt lustig aus. Habe seit 3 oder 4 Tagen einen blauen Fleck im Gesicht! :D
Die Zeit hier vergeht total schnell. Ich bin nun seit über 2
Wochen hier auf der Farm! Und das Beste ist, ich werde noch hier bleiben! Karl
scheint mit uns sehr zufrieden zu sein. Er bekommt pro Tag irgendwie um die 10
Anfragen von anderen WWOOFern, die er alle absagt. Auch die, die einen Monat im
Voraus anfragen bekommen eine Absage! Er sagte heute, dass wir gut und
selbstständig arbeiten und bereit sind, neues zu lernen und aus Fehlern zu
lernen und er viel lieber uns hier behält, als irgendwelche neuen WWOOFer
anzunehmen. Das hat mich richtig gefreut :) Ich bin mir nämlich bei allem was
wir machen sehr unsicher, weil wir selten was richtig erklärt bekommen.
Was man hier alles so lernt
Viele von den Dingen, die wir hier machen, habe ich noch nie
gemacht. Ohne verständliche Erklärung ist vieles davon recht schwierig, aber
mit „abschauen“ bekommt man einiges raus. Und einiges wird einem auch erklärt.
Zum Beispiel fahren wir dauernd mit Auto und Anhänger rum – auch Rückwärts. Das ist für mich eine super Möglichkeit mal raus zu finden, wie sich der Anhänger beim Rückwärtsfahren verhält, weil man nicht viel kaputt machen kann. Am Anfang war ich zwar ganz schön Überfordert, auf einmal einen Anhänger dran zu haben, weil weder Sophie noch ich einen Plan hatten und niemand in der Nähe war, der uns hätte helfen können. Aber langsam habe ich den Dreh raus.
Ich bin jetzt auch schon 2x Traktor gefahren. Man das ist echt schwierig! Das zweite Mal habe ich es trotzdem weitestgehend alleine geschafft und sogar die Schaufel vorne dran bedient usw. Ziemlich cool ^^
Alf hat hier einen 86 Jahre alten Ford. Den bin ich auch gefahren – und zwar auf der Straße! Das war mein erstes Mal im Linksverkehr und dann mit so einem ungewöhnlichen Auto! Das schwierigste war, dass Bremse und Gaspedal vertauscht waren. Das heißt, die Bremse war rechts und das Gaspedal in der Mitte. Außerdem war an der Stelle wo sonst der 1. Gang ist der Rückwärtsgang. Ungewöhnlich, aber ging irgendwie.
Dann habe ich auch noch geschweißt (gar nicht so einfach!), einen Traktor mit auseinander geschraubt (wir mussten 2 Maulschlüssel ineinander klemmen, damit der Hebel lang genug war), bin im LKW mitgefahren, wir haben einer Kuh die Nägel geschnitten (sie war absolut nicht erfreut und hat getreten wie sonst was und sich in engen Gängen an mir vorbei gequetscht, sodass ich schnell in eine Lücke springen musste – und das schien einer der einfacheren Fälle gewesen zu sein!), Zäune gebaut, mit einer großen Maschine Metallteile zugesägt usw.
Zum Beispiel fahren wir dauernd mit Auto und Anhänger rum – auch Rückwärts. Das ist für mich eine super Möglichkeit mal raus zu finden, wie sich der Anhänger beim Rückwärtsfahren verhält, weil man nicht viel kaputt machen kann. Am Anfang war ich zwar ganz schön Überfordert, auf einmal einen Anhänger dran zu haben, weil weder Sophie noch ich einen Plan hatten und niemand in der Nähe war, der uns hätte helfen können. Aber langsam habe ich den Dreh raus.
Ich bin jetzt auch schon 2x Traktor gefahren. Man das ist echt schwierig! Das zweite Mal habe ich es trotzdem weitestgehend alleine geschafft und sogar die Schaufel vorne dran bedient usw. Ziemlich cool ^^
Alf hat hier einen 86 Jahre alten Ford. Den bin ich auch gefahren – und zwar auf der Straße! Das war mein erstes Mal im Linksverkehr und dann mit so einem ungewöhnlichen Auto! Das schwierigste war, dass Bremse und Gaspedal vertauscht waren. Das heißt, die Bremse war rechts und das Gaspedal in der Mitte. Außerdem war an der Stelle wo sonst der 1. Gang ist der Rückwärtsgang. Ungewöhnlich, aber ging irgendwie.
Dann habe ich auch noch geschweißt (gar nicht so einfach!), einen Traktor mit auseinander geschraubt (wir mussten 2 Maulschlüssel ineinander klemmen, damit der Hebel lang genug war), bin im LKW mitgefahren, wir haben einer Kuh die Nägel geschnitten (sie war absolut nicht erfreut und hat getreten wie sonst was und sich in engen Gängen an mir vorbei gequetscht, sodass ich schnell in eine Lücke springen musste – und das schien einer der einfacheren Fälle gewesen zu sein!), Zäune gebaut, mit einer großen Maschine Metallteile zugesägt usw.
Was auch sehr erschwerend ist, ist, dass ich von z.B. Mechanik nicht wirklich
einen Plan habe, aber wenn dann alle Fachbegriffe auch noch auf Englisch sind
wird es noch eine Stufe schwieriger. Wenn man eh keinen Plan hat und dann
gesagt bekommt, dass man mit irgendeinem Werkzeug irgendwas machen soll ist man
nicht schlauer. Fühlt sich genauso an, wie es klingt.
Traktoren und Motorräder
Apropos Traktor fahren: Alf ist der absolute Traktorfan. Er
hat eine riesige Hütte voller Traktoren, von denen er bei jedem einzelnen
Bauteil Erscheinungsdatum und Herkunftsland kennt. Das ist echt krass – er rattert
Jahreszahlen runter, da kommst du schon nach dem ersten Traktor nicht mehr mit.
Vor Allem gehen diese ganzen Traktoren noch! Die sind top lackiert und fahren!
Einige sind bald 100 Jahre alt. Die muss man ankurbeln und die haben noch nicht
einmal Gummireifen. Absolut krass :o
Nachdem ich ihm dann ein Bild von Papa mit den beiden alten DDR-Motorrädern gezeigt habe, bin jetzt sofort ich Mode, wenn es irgendwie um Motorräder geht. Er denkt anscheinend ich habe da voll den Plan – Na danke Papa :D
Nachdem ich ihm dann ein Bild von Papa mit den beiden alten DDR-Motorrädern gezeigt habe, bin jetzt sofort ich Mode, wenn es irgendwie um Motorräder geht. Er denkt anscheinend ich habe da voll den Plan – Na danke Papa :D
Melken
Beim Melken werden wir jetzt nicht mehr ganz so dreckig wie
am Anfang. (Obwohl ich letztens erst Kuhscheiße ins Auge bekommen habe. Ihr
könnt euch nicht vorstellen wie das brennt!) Ich dachte es hängt damit
zusammen, dass es jeden Tag weniger geregnet hat und die Kühe also nicht voller
Schlamm sind, aber es scheint doch eher so zu sein, dass wir mehr Skill bekommen
haben. Heute hat es nämlich den ganzen Tag geschüttet und wir waren nicht
extrem verdreckt.
Das Melken klappt auch echt jeden Tag besser: Ich werde immer schneller und zucke auch nicht mehr zurück, wenn eine Kuh mal ihr Bein anhebt um zu treten. Einfach anpacken und dann klappt das. Da bekommt man zwar ab und an mal einen Tritt an die Hand oder es wird mal der Arm unterm Bauch der Kuh eingequetscht, aber das ist nicht so krass schmerzhaft. Es tut schon weh, aber man bricht sich nicht gleich was. Und Schrammen habe ich mittlerweile sowieso überall. Da kommt es auf ein paar mehr oder weniger auch nicht mehr drauf an: Zum einen das mit der Schaufel beim Kalb begraben, dann hab ich mir letztens noch richtig krass den Kopf gestoßen als ich ein Kalb aus dem Anhänger gehoben habe. Es ist genau in dem Moment hoch gesprungen, als ich es unter dem Rahmen der Schiebetür heraus gezogen habe. Mit dem Ergebnis, dass es gegen meinen Kopf gedonnert ist, und der wiederum an die Metallstange über mir. Das war vor 5 Tagen und ich spüre es immer noch. Wenn man den Kälbern das Trinken beibringt bekommt man auch meistens blutige Hände. Einigen beißen wirklich zu und vor allem quetschen sie dauernd deine Hand z.B. zwischen Holzbalken ein, wenn sie sich wehren, sodass die Hand die sie im Mund haben voll über eine Holzkante geschleift wird oder so.
Einige Kühe mussten wir jetzt auch per Hand anmelken, weil sie so Klumpen im Euter haben, die nicht in die Milch sollen. Karl hat die, bei denen wir das machen mussten markiert, meinte dann, die müssen per Hand angemolken werden und ist verschwunden. Dann standen wir beide blöd da – kein Plan wie man per Hand milkt. Nach ein bisschen probieren und einer sehr geduldigen Kuh habe ich es dann herausgefunden und jetzt kann ich es! Muss zwar immer ein bisschen probieren aber nicht so schlimm. Richtig per Hand melken ist irgendwie toll. Ist nicht so „unpersönlich“ wie wenn man nur die Kuh an eine Anlage anschließt und zur nächsten rennt.
Mittlerweile erkenne ich auch an den Kühen die einfach nur vorbei laufen ziemlich sicher, welche die letzte war, die gemolken wurde. (Also die, hinter der man das Tor wieder zu machen muss, wenn sie raus laufen.) Das ist wirklich sehr praktisch.
Sophie und ich haben jetzt auch schon ein paarmal weitestgehend allein gemolken. Nur die Vor- und Nachbereitung der Melkanlage bekommen wir noch nicht alleine hin, weil uns bis gestern nie jemand wirklich gezeigt hat, wie das geht. Gestern hat mir Karls Tochter Cassie zum ersten Mal gezeigt, was man machen muss. Und das war sehr viel auf einmal und sie hat mir nicht erklärt warum man was macht. Habe mit echt nur die Hälfte gemerkt. Also bis zu unserem Ziel, komplett alleine melken zu können, wir es wohl noch etwas dauern. Wenn Karl die Nachbereitung macht bekommt man das immer nicht mit, weil er das immer so nebenbei macht und wir in der Zwischenzeit die Melkanlage (äußerlich) sauber machen. Und hinterher rennen ist irgendwie blöd, weil wir ansonsten nachher putzen müssen. Ich hoffe irgendwann ergibt sich mal die Gelegenheit, dass Karl uns das ganz in Ruhe zeigt und erklärt. Dann habe ich vielleicht eine Chance mir das zu merken.
Das Melken klappt auch echt jeden Tag besser: Ich werde immer schneller und zucke auch nicht mehr zurück, wenn eine Kuh mal ihr Bein anhebt um zu treten. Einfach anpacken und dann klappt das. Da bekommt man zwar ab und an mal einen Tritt an die Hand oder es wird mal der Arm unterm Bauch der Kuh eingequetscht, aber das ist nicht so krass schmerzhaft. Es tut schon weh, aber man bricht sich nicht gleich was. Und Schrammen habe ich mittlerweile sowieso überall. Da kommt es auf ein paar mehr oder weniger auch nicht mehr drauf an: Zum einen das mit der Schaufel beim Kalb begraben, dann hab ich mir letztens noch richtig krass den Kopf gestoßen als ich ein Kalb aus dem Anhänger gehoben habe. Es ist genau in dem Moment hoch gesprungen, als ich es unter dem Rahmen der Schiebetür heraus gezogen habe. Mit dem Ergebnis, dass es gegen meinen Kopf gedonnert ist, und der wiederum an die Metallstange über mir. Das war vor 5 Tagen und ich spüre es immer noch. Wenn man den Kälbern das Trinken beibringt bekommt man auch meistens blutige Hände. Einigen beißen wirklich zu und vor allem quetschen sie dauernd deine Hand z.B. zwischen Holzbalken ein, wenn sie sich wehren, sodass die Hand die sie im Mund haben voll über eine Holzkante geschleift wird oder so.
Einige Kühe mussten wir jetzt auch per Hand anmelken, weil sie so Klumpen im Euter haben, die nicht in die Milch sollen. Karl hat die, bei denen wir das machen mussten markiert, meinte dann, die müssen per Hand angemolken werden und ist verschwunden. Dann standen wir beide blöd da – kein Plan wie man per Hand milkt. Nach ein bisschen probieren und einer sehr geduldigen Kuh habe ich es dann herausgefunden und jetzt kann ich es! Muss zwar immer ein bisschen probieren aber nicht so schlimm. Richtig per Hand melken ist irgendwie toll. Ist nicht so „unpersönlich“ wie wenn man nur die Kuh an eine Anlage anschließt und zur nächsten rennt.
Mittlerweile erkenne ich auch an den Kühen die einfach nur vorbei laufen ziemlich sicher, welche die letzte war, die gemolken wurde. (Also die, hinter der man das Tor wieder zu machen muss, wenn sie raus laufen.) Das ist wirklich sehr praktisch.
Sophie und ich haben jetzt auch schon ein paarmal weitestgehend allein gemolken. Nur die Vor- und Nachbereitung der Melkanlage bekommen wir noch nicht alleine hin, weil uns bis gestern nie jemand wirklich gezeigt hat, wie das geht. Gestern hat mir Karls Tochter Cassie zum ersten Mal gezeigt, was man machen muss. Und das war sehr viel auf einmal und sie hat mir nicht erklärt warum man was macht. Habe mit echt nur die Hälfte gemerkt. Also bis zu unserem Ziel, komplett alleine melken zu können, wir es wohl noch etwas dauern. Wenn Karl die Nachbereitung macht bekommt man das immer nicht mit, weil er das immer so nebenbei macht und wir in der Zwischenzeit die Melkanlage (äußerlich) sauber machen. Und hinterher rennen ist irgendwie blöd, weil wir ansonsten nachher putzen müssen. Ich hoffe irgendwann ergibt sich mal die Gelegenheit, dass Karl uns das ganz in Ruhe zeigt und erklärt. Dann habe ich vielleicht eine Chance mir das zu merken.
Damit das Melken nicht zu einfach wird ändert sich aber bald
etwas: Die Bullen werden mit zu den Kühen gesperrt – das heißt, die stehen dann
auch mit in der Melkanlage, was sie laut Karl nicht davon Abhält die Kühe zu
besteigen oder sich gegenseitig zu bekämpfen. Na das wird lustig… Anscheinende
fällt des Öfteren mal eine Kuh unten in den Gang oder wird irgendwo
eingequetscht oder sonst was…
Inspektionen
Relativ am Anfang meiner Zeit hier mussten wir die ganze
Hütte in der gemolken wird blitzblank putzen, weil irgendein Inspektor kam. Die
ist normalerweise alles andere als sauber, aber danach hat sie wirklich
geglänzt. Hat auch seine Zeit gedauert. Wir mussten von allen Cups einzeln die
Kuhscheiße runter schrubben, haben die Wände gefühlt mit einer Zahnbürste
geschrubbt und alle Rohre von Vogelscheiße befreit. Das war wirklich sehr
aufwändig. Aber es musste so gründlich sein, weil man bei dieser Inspektion
keine zweite Chance bekommt. Wenn man nicht besteht, darf man seine Milch nicht
mehr verkaufen und muss einen Typen bezahlen, der 2 Wochen lang schaut ob man
in der Lage ist eine Dairy Farm zu handhaben, bevor man die Milch wieder verkaufen
kann. Ein Glück haben wir die Inspektion bestanden! Ein paar Tage später kam
noch eine, aber unangekündigt. Auch die wurde bestanden. Es schienen alle sehr
zufrieden zu sein.
Diverse Ausflüge
Ab und zu machen wir hier auch Ausflüge. Sophie und ich sind
zum Beispiel den einen Tag quasi in unserer Mittagspause einen Berg mit dem
Namen „Tawhiuau“ im Nationalpark hoch gestiegen. Das waren 800hm und wir waren
danach entsprechen fertig! Vor allem war der Weg unglaublich steil. Man musste
mehr klettern als wandern – in Deutschland wäre es definitiv ein Klettersteig
gewesen! – und an dem Tag war noch alles rutschig vom Regen. Links und rechts
ziemliche Abgründe. Wir wissen seitdem, warum wir laut den Leuten hier nicht
alleine dort Wandern gehen sollten. Ich habe mich beim Abstieg auch 3 oder 4
mal gepackt. War schmerzhaft und dreckig, aber ein Glück unkritisch. Der
Einstieg des Weges war übrigens gar nicht so einfach zu finden, weil vor kurzem
eine Flut alles weg gespült hat. Wir mussten also den Fluss ohne Brücke
überqueren und wussten auch nicht genau wo wir rüber müssen. Im Endeffekt sind
wir über einen umgekippten Baumstamm auf die andere Seite balanciert. Das war
vor allem auf dem Rückweg, als meine Beine vom Abstieg richtig gezittert haben,
sehr spannend. Der Weg war trotz allem
wunderschön, weil wir durch unberührten Urwald durch gelaufen sind. Das Grün
ist wirklich unglaublich penetrant! Ab und zu hatten wir beim Aufstieg eine
super Aussicht, nur ganz oben waren wir leider gerade mitten in einer
Wolkenschicht. Als wir dann zurück waren wollten die uns alle nicht glauben,
dass wir da wirklich ganz oben waren :D
An dem einen Wochenende sind gefühlt alle, die hier irgendwie Verwandt sind nach Kawerau gefahren. Das ist eine kleine Stadt zu der man mit dem Auto ca. 45 Minuten braucht. Dort haben wir uns das National Wood Skills Festival angeschaut. Es war wirklich sehr beeindruckend! In einer Halle waren sämtliche Dinge ausgestellt, die man aus Holz machen kann – darunter unglaubliche Schnitzereien, sehr filigran gedrechselte Sachen oder funktionierende Baggermodelle. Alles komplett aus Holz! Man konnte auch Leute beim Drechseln beobachten, oder wie sie mit der Kettensäge Statuen aus Holzblöcken geschnitzt haben. Anschließend waren wir mit Alf und Margret, Ron & Michelle (Bruder von Karl + Frau), deren Kindern, einer Schwester von Karl und noch irgendwelchen anderen Verwandten in einem Schwimmbad. Es war aber kostenlos und draußen. Das angenehm warme Wasser in den Schwimmbecken kommt aus heißen Quellen in der Nähe und die Chemie die noch rein getan wird (Chlor usw.) wird von der Papierfabrik nebenan zur Verfügung gestellt. Wir haben erstmal 3h in dem Schwimmbecken gechillt und jeglichen Dreck der restlichen Tage abgeweicht.
Dann wollten wir einen Abend mit Cassie in den Pub oder Club gehen, weil Karl sie irgendwie davon überzeugt hat, dass wir dringend „hot local boys“ kennen lernen müssen (er erzählt auch immer wieder wie viele WWOOFer in NZ bleiben, weil sie hier heiraten und Cassie meinte, wir müssen uns echt in Acht nehmen weil hier alle versuchen dich irgendwie mit jemandem zu verkuppeln :D ). Jedenfalls hat sie uns abends abgeholt und wir sind bei 3 Clubs gewesen – die aber alle seit 2h zu hatten. (Es war 9 Uhr abends!) Scheint nicht so einfach zu sein hier feiern zu gehen xD Im Endeffekt sind wir in den Liquor Store gegangen, haben uns KGB (irgendeine Zitronenlimo mit Vodka) geholt, eine kleine Rundfahrt mit dem Auto gemacht und dabei getrunken. Cassie hat uns im Dunkeln Murupara und Galatea + Umgebung gezeigt. Dabei besteht Galatea aus vielleicht 5 Häusern und Galatea aus 20 und 3 Kirchen. Wir haben sogar 2 Possums und eine Feuerwache im Einsatz gesehen. Wir sind gerade daran vorbei gefahren, da ging der Alarm los. Scheint hier angeblich öfter zu passieren, dass jemand seine Bude abfackelt.
Auf dem Rückweg haben wir uns dann überlegt, dass ich ja gar keinen neuen boyfriend abgeschleppt habe – deshalb haben wir kurzerhand einen orangen Leitkegel von der Straßenseite ins Auto gepackt. Das ist jetzt Victor, mein boyfriend. Er steht im Garten im Springbrunnen :D
Ein paar Tage später sind wir mit Cassie nach Whakatane (spricht man übrigens „Fackatahnee“ aus – „wh“ wird hier irgendwie zu „f“) gefahren. Ca. 1h fährt man bis dahin mit dem Auto. Das scheint hier die nächste größere Stadt zu sein. Dort haben wir uns den Strand angeschaut, Ohope beach gesehen, Pizza gegessen, Seesterne fotografiert, Muscheln gefunden, Schokolade gekauft und gequatscht. Dann sind wir noch zu einem Aussichtspunkt gefahren von dem man gut über die Stadt blicken konnte. Die ist aber nicht soooo überwältigend. Auf dem Rückweg waren wir dann noch ein leckeres Eis essen. Das Nachmittagsmelken hat an dem Tag Caroline (Karls Frau) für uns übernommen, weil wir nicht zeitig genug zurück waren. Das war wirklich sehr gut für uns, denn genau bei diesem Melken ist das backing gate von der Schiene gesprungen. (Das kann man immer näher ran fahren, damit die Kühe in die Melkalage nachrücken und nicht wieder ganz weit weg laufen.) Das scheint öfter zu passieren, weil Vögel in den Schienen nisten und das Heu dann wie eine Rampe ist, aber normalerweise springt nur ein Rad raus. Diesmal ist eine ganze Seite runter gekommen und wir mussten es mit dem Kran wieder hoch heben. Das war ziemlich kompliziert.
An dem einen Wochenende sind gefühlt alle, die hier irgendwie Verwandt sind nach Kawerau gefahren. Das ist eine kleine Stadt zu der man mit dem Auto ca. 45 Minuten braucht. Dort haben wir uns das National Wood Skills Festival angeschaut. Es war wirklich sehr beeindruckend! In einer Halle waren sämtliche Dinge ausgestellt, die man aus Holz machen kann – darunter unglaubliche Schnitzereien, sehr filigran gedrechselte Sachen oder funktionierende Baggermodelle. Alles komplett aus Holz! Man konnte auch Leute beim Drechseln beobachten, oder wie sie mit der Kettensäge Statuen aus Holzblöcken geschnitzt haben. Anschließend waren wir mit Alf und Margret, Ron & Michelle (Bruder von Karl + Frau), deren Kindern, einer Schwester von Karl und noch irgendwelchen anderen Verwandten in einem Schwimmbad. Es war aber kostenlos und draußen. Das angenehm warme Wasser in den Schwimmbecken kommt aus heißen Quellen in der Nähe und die Chemie die noch rein getan wird (Chlor usw.) wird von der Papierfabrik nebenan zur Verfügung gestellt. Wir haben erstmal 3h in dem Schwimmbecken gechillt und jeglichen Dreck der restlichen Tage abgeweicht.
Dann wollten wir einen Abend mit Cassie in den Pub oder Club gehen, weil Karl sie irgendwie davon überzeugt hat, dass wir dringend „hot local boys“ kennen lernen müssen (er erzählt auch immer wieder wie viele WWOOFer in NZ bleiben, weil sie hier heiraten und Cassie meinte, wir müssen uns echt in Acht nehmen weil hier alle versuchen dich irgendwie mit jemandem zu verkuppeln :D ). Jedenfalls hat sie uns abends abgeholt und wir sind bei 3 Clubs gewesen – die aber alle seit 2h zu hatten. (Es war 9 Uhr abends!) Scheint nicht so einfach zu sein hier feiern zu gehen xD Im Endeffekt sind wir in den Liquor Store gegangen, haben uns KGB (irgendeine Zitronenlimo mit Vodka) geholt, eine kleine Rundfahrt mit dem Auto gemacht und dabei getrunken. Cassie hat uns im Dunkeln Murupara und Galatea + Umgebung gezeigt. Dabei besteht Galatea aus vielleicht 5 Häusern und Galatea aus 20 und 3 Kirchen. Wir haben sogar 2 Possums und eine Feuerwache im Einsatz gesehen. Wir sind gerade daran vorbei gefahren, da ging der Alarm los. Scheint hier angeblich öfter zu passieren, dass jemand seine Bude abfackelt.
Auf dem Rückweg haben wir uns dann überlegt, dass ich ja gar keinen neuen boyfriend abgeschleppt habe – deshalb haben wir kurzerhand einen orangen Leitkegel von der Straßenseite ins Auto gepackt. Das ist jetzt Victor, mein boyfriend. Er steht im Garten im Springbrunnen :D
Ein paar Tage später sind wir mit Cassie nach Whakatane (spricht man übrigens „Fackatahnee“ aus – „wh“ wird hier irgendwie zu „f“) gefahren. Ca. 1h fährt man bis dahin mit dem Auto. Das scheint hier die nächste größere Stadt zu sein. Dort haben wir uns den Strand angeschaut, Ohope beach gesehen, Pizza gegessen, Seesterne fotografiert, Muscheln gefunden, Schokolade gekauft und gequatscht. Dann sind wir noch zu einem Aussichtspunkt gefahren von dem man gut über die Stadt blicken konnte. Die ist aber nicht soooo überwältigend. Auf dem Rückweg waren wir dann noch ein leckeres Eis essen. Das Nachmittagsmelken hat an dem Tag Caroline (Karls Frau) für uns übernommen, weil wir nicht zeitig genug zurück waren. Das war wirklich sehr gut für uns, denn genau bei diesem Melken ist das backing gate von der Schiene gesprungen. (Das kann man immer näher ran fahren, damit die Kühe in die Melkalage nachrücken und nicht wieder ganz weit weg laufen.) Das scheint öfter zu passieren, weil Vögel in den Schienen nisten und das Heu dann wie eine Rampe ist, aber normalerweise springt nur ein Rad raus. Diesmal ist eine ganze Seite runter gekommen und wir mussten es mit dem Kran wieder hoch heben. Das war ziemlich kompliziert.
Essen
Falls ihr euch fragt was ich hier mit Essen mache: Ich esse
vegetarisch, nicht vegan, weil ich nicht zu viel Aufwand machen möchte und
komme damit mittlerweile relativ gut klar. Wie gesagt, Käse und Schokolade ist
wirklich sehr sehr lecker :D Allerdings wird hier sowieso nicht so viel Milch
getrunken. Das hätte ich zwar bei einer Milchfarm nicht erwartet, aber hier
wird seeeehr sparsam mit Milch umgegangen. Müsli und heiße Schokolade wird
generell mit heißem Wasser aufgegossen und maximal mit Milch “verfeinert“. Um
pure Eier bin ich bis jetzt auch drum herum gekommen. Ob ich die runter
bekommen würde weiß ich nicht. Essen gibt es hier allerdings echt nicht zu
viel. Morgens meist nur Müsli (und das nach dem Melken!), mittags Suppe oder
Toast und abends einen kleinen Teller mit gekochtem Gemüse und 3 Kartoffeln.
Das wars. Ist nicht die Masse oder? Man gewöhnt sich aber dran – und mittlerweile
ist Alf auch klar geworden, dass wir mehr essen als er. Manchmal gibt es noch 2
Kartoffeln oder ein paar Nudeln mehr für uns.
Meistens sitzen wir nach dem Abendbrot noch mit Alf im
Wohnzimmer und schauen fern oder so was in die Richtung. Seine Frau Margret ist
derzeit nicht da, weil sie ihren kranken Vater in Rotorua pflegt. Er hat
irgendwas mit der Lunge und wird bald 100! Sie muss immer hin fahren, weil er
nicht ins Altersheim möchte und kommt deshalb nur ungefähr 1x pro Woche nach
Hause. An den 2 Tagen haben wir dann aber immer gut zu tun – sie hat uns ihren
ganzen Garten aufgehalst. Und der ist riesig. Ein Glück regnet es zurzeit
dauernd. Da kann man keine Gartenarbeit machen.
Was ich eigentlich sagen wollte: Gestern Abend haben wir mit Alf alte Familienfotos angeschaut und maaaaan waren die alle attraktiv! Das erwartet man von Farmen gar nicht, dass es solche Schönlinge sind. Auch die ganzen Kinder von denen sind alle total hübsch. Ich weiß nicht warum, aber das erwartet man irgendwie nicht.
Was ich eigentlich sagen wollte: Gestern Abend haben wir mit Alf alte Familienfotos angeschaut und maaaaan waren die alle attraktiv! Das erwartet man von Farmen gar nicht, dass es solche Schönlinge sind. Auch die ganzen Kinder von denen sind alle total hübsch. Ich weiß nicht warum, aber das erwartet man irgendwie nicht.
Kinder
Apropos Kinder: Die Kinder von Karl und Caroline, die noch
zu Hause wohnen (Natalie, Sophie und Jack) sind einfach unglaublich niedlich!
Wir waren gestern mal bei ihnen drüben und haben mit denen eine Bude gebaut und
dann haben wir für heute Mittag eine Einladung für eine Show bekommen, die sie
sich extra für uns ausgedacht haben. Das war ziemlich cool – sie haben im
Wohnzimmer eine Art Bühne aufgebaut, dann Musik (Schallplatten!) angemacht, und
uns was vorgetanzt. Das war übrigens ziemlich altmodische Musik (ich glaube
Boogie oder so) und sie meinten, sie hören das total gern. Natalie ist erst 11
und kann schon Auto fahren seit sie 8 ist! Sie hat letztens Sophie und mich wie
selbstverständlich mit dem Auto über den Hof gefahren. Karls große Tochter
Cassie, mit der wir jetzt ab und zu unterwegs waren, ist übrigens amtierende
Meisterin in NZ im Tractor Pulling (müsst ihr euch mal auf YouTube anschauen –
das ist ein sehr witziges Hobby) und Elektrikerin.
An sich ist die ganze Familie ziemlich cool. Karls hat zum Beispiel einfach immer ansteckend gute Laune. Da kann es 5:30 morgens sein, kalt sein, regnen, da kann eine Kuh ausreißen oder 1/5 der ganzen Milch verloren gehen weil ein blöder Filter abgegangen ist (ja, das ist echt passiert), aber an seiner Laune ändert sich nichts. Caroline habe ich leider noch nicht so oft gesehen, aber ich glaube sie ist auch echt toll drauf. Sie lässt ihren Kindern mega viele Freiheiten, die sind aber trotzdem gut erzogen und man merkt richtig wie sehr sie sie wertschätzt.
Nochmal zurück zu den Kindern: Die gehen auch echt super miteinander um aber sind gleichzeitig alles andere als zimperlich. Ich gebe zu, sie können ein wenig anstrengend sein, aber im Gegensatz zu den Kindern von Karls Bruder Ron (Nikkita & Chloe) sind es Engel. Leider haben wie Rons Kinder ständig auf dem Hals, weil er und seine Frau dauernd zu Besuch bei Alf sind, sich in die Ecke chillen und ihre Kinder uns überlassen. Am Anfang waren mir Beide Eltern sehr unsympathisch, aber mittlerweile ist zumindest Ron eigentlich ganz nett zu uns und greift auch manchmal ein, wenn seine Kinder gar nicht auf uns hören.
An sich ist die ganze Familie ziemlich cool. Karls hat zum Beispiel einfach immer ansteckend gute Laune. Da kann es 5:30 morgens sein, kalt sein, regnen, da kann eine Kuh ausreißen oder 1/5 der ganzen Milch verloren gehen weil ein blöder Filter abgegangen ist (ja, das ist echt passiert), aber an seiner Laune ändert sich nichts. Caroline habe ich leider noch nicht so oft gesehen, aber ich glaube sie ist auch echt toll drauf. Sie lässt ihren Kindern mega viele Freiheiten, die sind aber trotzdem gut erzogen und man merkt richtig wie sehr sie sie wertschätzt.
Nochmal zurück zu den Kindern: Die gehen auch echt super miteinander um aber sind gleichzeitig alles andere als zimperlich. Ich gebe zu, sie können ein wenig anstrengend sein, aber im Gegensatz zu den Kindern von Karls Bruder Ron (Nikkita & Chloe) sind es Engel. Leider haben wie Rons Kinder ständig auf dem Hals, weil er und seine Frau dauernd zu Besuch bei Alf sind, sich in die Ecke chillen und ihre Kinder uns überlassen. Am Anfang waren mir Beide Eltern sehr unsympathisch, aber mittlerweile ist zumindest Ron eigentlich ganz nett zu uns und greift auch manchmal ein, wenn seine Kinder gar nicht auf uns hören.
Hobbies
Hier haben übrigens alle recht ungewöhnliche Hobbies. Alf
mit seinen Traktoren, Cassie mit dem Tractor Pulling, „nebenan“ wohnt einer der
Bierdosen sammelt (er hat eine ganze Hütte voll mit Bierdosen!) und Karl
gestaltet in seiner Freizeit Metallschilder und alles Mögliche Andere aus
Metall. Er hat so eine Maschine (Plasmacutter), die einfach Metall schneidet.
Hat er anscheinend sogar selbst gebaut. Ich weiß nicht wie genau es funktioniert
aber es ist echt interessant. Man entwirft am PC die Schablone und die Maschine
schneidet das aus Metallplatten raus. Ich glaube mit Laser oder so. Wir konnten
sie letztens mal in Aktion sehen. Hat leider genau da nicht so geklappt wie es
sollte, aber wir haben jetzt eine Idee wie es funktioniert.
Ich bin übrigens sehr froh, dass ich hier nicht alleine bin,
sondern dass Sophie auch hier ist. Auch wenn es hier super toll ist, es ist
einfach noch toller, wenn man jemanden hat, mit dem man seine Gedanken und
Momente teilen kann. Ich glaube lange alleine sein ist echt nichts für mich.
Neuigkeiten!
Die krassen Neuigkeiten habe ich mir aber für den Schluss
aufgehoben: Alf und einige andere aus der Familie machen vom 22.10.-26.10. eine
Zugreise – und sie nehmen uns mit! Das ist der Hammer! Sophie und ich wissen
gar nicht, wie wir uns bedanken sollen. Das Ticket hat irgendwie um die 185NZ$
gekostet und das bezahlen sie für uns ganz selbstverständlich. Es war zwar
dauernd die Rede von diesem Traintrip, aber wir haben erst am Tag als sie
unsere Namen für die Tickets brauchten kapiert, dass wir mitkommen können!
Jedenfalls werde ich bis mindestens da noch hier bleiben und vermutlich danach auch noch eine Weile. Wie gesagt, sie hatten auch schon WWOOFer für 6 Monate! :D Ne. Ich will ja auch noch Neuseeland erkunden und brauche auch mal einen Job wo ich was verdiene.
Die Farm in Ashburton muss also wohl leider warten. Das tut mir echt leid, aber ich hoffe das ist ok.
Jedenfalls werde ich bis mindestens da noch hier bleiben und vermutlich danach auch noch eine Weile. Wie gesagt, sie hatten auch schon WWOOFer für 6 Monate! :D Ne. Ich will ja auch noch Neuseeland erkunden und brauche auch mal einen Job wo ich was verdiene.
Die Farm in Ashburton muss also wohl leider warten. Das tut mir echt leid, aber ich hoffe das ist ok.
Wie oft demnächst Updates kommen kann ich euch nicht sagen. Hier
ist einem echt nie langweilig und ich bin nie alleine. Dadurch habe ich echt
wenig Zeit zum Schreiben. Entweder helfen wir auf der Farm oder essen bzw.
nutzen jede freie Minute zum Schlafen oder Quatschen. Ich kann es mir nicht „leisten“
abends noch 2-3h am Laptop zu verbringen, weil wir den nächsten Tag früh aufstehen.
(Obwohl ich genau das gerade mache. Es ist mittlerweile 24:00- Ich habe jetzt
für diesen Blogeintrag so um die 4 Stunden gebraucht…)
Was dadurch auch schwierig ist, ist die erlebten Dinge zu verarbeiten – ich habe eigentlich keine ruhige Minute, in der ich einfach nur mal für mich bin und nachdenken kann. Vor allem die Verknüpfung des Ganzen mit meiner „veganen Einstellung“ beschäftigt mich sehr. Vielleicht schreibe ich dazu nochmal einen extra Post.
Was dadurch auch schwierig ist, ist die erlebten Dinge zu verarbeiten – ich habe eigentlich keine ruhige Minute, in der ich einfach nur mal für mich bin und nachdenken kann. Vor allem die Verknüpfung des Ganzen mit meiner „veganen Einstellung“ beschäftigt mich sehr. Vielleicht schreibe ich dazu nochmal einen extra Post.
Mit dem Englisch wird es übrigens langsam. Ich verstehe
einen Großteil des Gesagten (wenn es nicht grade Fachbegriffe aus der Mechanik
sind) und kann mich relativ gut ausdrücken. Ich bin mittlerweile sogar in der
Lage Ironie einzusetzen und zu erkennen :D
Allerdings nimmt meine Fähigkeit Englisch zu verstehen rapide ab, wenn es laute Hintergrundgeräusche gibt wie z.B. die Melkanlage oder muhende Kühe. Aber auch das wird noch irgendwann.
Allerdings nimmt meine Fähigkeit Englisch zu verstehen rapide ab, wenn es laute Hintergrundgeräusche gibt wie z.B. die Melkanlage oder muhende Kühe. Aber auch das wird noch irgendwann.
Das war ja eine Fülle an Informationen. Kaum vorstellbar, dass man in reichlich 14 Tagen so viel erleben kann. Für einen "eingefleischten" Städter erscheint vieles darin kaum vorstellbar. Ich bin beeindruckt, wie schnell du dich bei diesen krassen Gegensätzen zwischen deinem Leben hier und dem auf der DiaryFarm eingelebt hast.
AntwortenLöschenJa. Ich finde es auch ueberwaeltigend, hier so viel Neues zu erleben. Aber was erscheint denn kaum vorstellbar?
LöschenDanke :)
Danke für deinen langen Bericht. Du hast schriftstellerische Fähigkeiten! Es ist sehr interessant, was du so alles erlebst. Dass deine Überzeugungen oft mit der Praxis kollidieren, kann ich mir gut vorstellen. Freud und Leid so nebeneinander zu erleben, ist echt schwierig. Andererseits muss man die Praxis kennen, um fundierte Überzeugungen zu entwickeln. Schwierig wird es besonders, wenn man auch die Wirtschaftlichkeit im Auge haben muss, weil man mit der Arbeit auf der Farm seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie verdient.
AntwortenLöschenWir wünschen euch eine interessante Zugreise. Das wird bestimmt toll und ist sehr nett von deinen Gast- und Arbeitgebern, dies euch zu ermöglichen.
Du wirst als Allrounderin wiederkommen. Bleib vor allem gesund und unversehrt.
Danke :) Es freut mich wirklich sehr zu hoeren, dass es dir/euch gefaellt! Ich halte mich naemlich eigentlich nicht fuer einen besonders grossartigen "Schreiber".
LöschenJa. Das stimmt auch wieder. Bevor ich farming selbst erlebt habe, habe ich mein Urteil aus einer ziemlich unterschiedlichen Sichtweise gefaellt. Jetzt kommen noch einmal viel mehr Aspekte hinzu, die ich beachten moechte/werde.
Danke! Ja, wir sind immernoch total ueberwaeltigt!
Ich gebe mir Muehe :D
Lasst es euch gut gehen!
Hab jetzt noch nicht alles gelesen, aber echt cooles Ding! Absolut krass was du dort alles erlebst, da werd ich ja neidisch! XD
AntwortenLöschenHabe deinen Kommentar Alf vorgelesen (& uebersetzt) und er meinte, dass du ja auch irgendwann vorbei kommen kannst :D
LöschenHabe erst heute gemerkt, dass du meinen Kommentar erwidert hast. Kaum vorstellbar ist für mich die Beschreibung mit den nachwachsenden Zähnen. Ich habe mich deshalb heute kundig darüber gemacht. Die Zähne wachsen zwar von der Wurzel aus nach, wenn sie oben abgekaut werden, aber einen tatsächlichen Zahnwechsel gibt es nur von den Milchzähnen zu den bleibenden Zähnen (zwischen 1 und 3 Jahren). Dabei läuft es ähnlich wie beim Menschen, dass hinter der Milchzahnreihe schon bleibende wachsen, wenn vorn der Zahnwechsel beginnt.
AntwortenLöschenDass man Chemikalien in Essen riechen kann, das nicht organic ist, kann ich mir nur schwer vorstellen.
Und die Erzählung mit den Salmonellen und den Hühnern zählt noch dazu. Aber dazu schreibst du ja, dass dir die Zusammenhänge noch nicht verständlich waren.
Liebe Grüße und frohes Schaffen weiterhin