--- Bilder kommen spaeter ---
So Leute. Ich schaffe es auch mal, mich wieder zu melden. Ist ja nun doch schon wieder etwas her, dass ich hier was geschrieben habe... So relativ exakt 2 Monate. Uuuuuups xD So viel zu dem guten Vorsatz das naechste mal eher zu schreiben, damit sich nicht wieder so viele Erlebnisse anhaeufen. Genau das ist natuerlich passiert. Ich habe in der Zwischenzeit Massenhaft erlebt. Obwohl sich mittlerweile echt sowas wie ein "Alltag" etabliert hat.
Ich fange einfach mal bei den Unternehmungen an, die wir gemacht haben. Und wir wurden echt zu einigen Sachen mitgenommen. Das ist echt super lieb von den Leuten hier!
Da es so viel zu erzaehlen gibt, habe ich mir ueberlegt, zu jedem Thema zu dem ich was schreiben moechte einen extra Post zu verfassen - ihr bekommt das Ganze also in Haeppchen.
Und da man ja nicht einfach nur zum gucken auf einen Berg hoch faehrt musste noch etwas Action her: Wir sind mit dem sogenannten "Luge" den Berg runter gesaust. Das kann man sich so vorstellen: Es gibt vorgefertigte, mehr oder weniger ebene Betontracks, die den Berg runter fuehren. Oben kann/muss man sich einen fahrbaren Untersatz und einen Helm schnappen. Ersterer sieht ein bisschen aus wie ein Bob. Ein billiger Bob. Oder vielleicht eher wie so ein Kinder-Lenkschlitten aus Plastik. Egal. Jedenfalls quetscht man sich dann in so ein Ding rein und fragt sich ein bisschen ob man nicht schon etwas zu alt dafuer ist, weil es viel zu klein ist. Dann bekommt man eine Einweisung wie das ganze geht: Es gibt eine Lenkstange. Wenn man die zu sich ran zieht bremst es, beim nach links kippen geht es nach links usw. Ist nicht zu schwierig. Wir haben uns trotzdem erstmal fuer den einfachsten Ride von allen entschieden - der "Scenic Ride". Soll angeblich der mit dem besten Ausblick sein.
Fazit, als wir unten waren war: Nochmal! Eigentlich dachten wir, einmal reicht. Aber noe. Gleich wieder hoch, aber dieses mal den schwierigsten Trail runter. Das war nochmal besser. Ich haette nicht gedacht, dass dieses Plastik Gefaehrt es ueberlebt, wenn man damit abhebt...
Nach dem zweiten mal hatten wir dann aber doch genug. 3x ware zu teuer gewesen. Achjaaaaa diese knauserigen Backpacker :D
Wir waren dann noch im 3D Trick Art Museum gegenueber. Dort konnte man sich Bilder anschauen, die aus einem bestimmten Winkel echt 3D aussehen. Bzw konnte man sie sich nicht nur anschauen, sondern sich auch rein stellen und fotografieren lassen. Vielleicht habt ihr davon schon einige Bilder auf Facebook gesehen.
Die ganzen Seen um Rotorua haben wir an dem Tag auch noch abgeklappert. Echt viele. Aber an jedem See eine Runde chillen war natuerlich trotzdem drin.
Ein Wochenende spaeter waren Sophie und ich mit zu einer Familienfeier eingeladen. Es wurde am Lake Rotorua eine Hochzeit nachgefeiert. Und ich dachte, meine Familie ist gross...
Natuerlich waren wir als Backpacker total underdressed fuer so eine Feier und deshalb kam es, wie es kommen musste: Obwohl ich meine besten Sachen angezogen habe, waren Alf und Margret der Meinung, mir noch eine neue Hose kaufen zu muessen. Sie dachten, dass die, die ich an hatte zu alt sei, weil sie etwas zerschlissen ist. (Die soll so aussehen...) War jedenfalls ziemlich merkwuerdig alles. Musste mir aus den wuuuunderschoenen Sachen im Warehouse (Achtung, Ironie!) auf Krampf eine wuuuuuunderschoene Hose aussuchen. Sah auf keinen Fall besser aus als vorher, aber was solls.
Auf der Familienfeier habe ich mich immernoch etwas fehl am Platze gefuehlt. Dass es noch das ein oder andere logistische Problem gab, weil wir nicht eingeplant waren hat das nicht unbedingt besser gemacht. Aber es gab leckeres Essen und es war echt schoen, dass sie uns so weit zur "Familie" zaehlen, dass wir auf Familienfeiern mitgenommen werden.
Direkt im Anschluss sind wir dann mit Alf und Margret "in den Urlaub" richtung Palmerston North gefahren. Dort in der Naehe sollte am naechsten Tag der Traintrip starten. Wir haben bei der aeltesten Tochter von den Beiden in einem risigen Haus mit Pool und Hot Pool uebernachtet. So viel Luxus sind wir gar nicht mehr gewoehnt!
Wie sich dann herausstellte, ging der Traintrip nicht ueber mehrere Tage, sondern nur einen Tag.
Nachdem wir morgens bis um 7 ausgeschlafen hatten (krass, dass sich bis 7 schlafen wie ausschlafen angefuehlt hat! Ich bin sogar vor dem Wecker aufgewacht!) sind wir nach Feilding gefahren, um dort in den Zug zu steigen. Die Wagons waren teilweise echt alt - genauso wie die meisten Passagiere. Es waren nur einige Enkelkinder mit ihren Grosseltern dabei. Sophie und ich haben den Altersdurchschnitt des Wagons in dem wir waren bestimmt um 10 Jahre gesenkt :D Der Zug hat mich ehrlich gesagt ein bisschen an den Loessnitzdackel erinnert.
An sich war die Zugfahrt sehr schoen. Die Landschaft war toll (wir haben sogar den Mount Taranaki gesehen), man hatte Zeit zum Lesen und wir mussten uns nicht auf Zwang mit irgendwem unterhalten, weil Alf und Margret und die Familie bei der wir uebernachtet haben in einem anderen Wagon sassen. AN SICH war es schoen. Das Problem war nur, dass es mir an dem Tag relativ dreckig ging. Es wechselte die ganze Zeit zwischen Ruecken und Bauchschmerzen, wobei der Krach und das Schaukeln des Zuges nicht zur Besserung beigetragen haben.
In New Plymouth (das Ziel der Zugreise) gin es dann aber erstmal wieder etwas besser, sodass wir uns ein wenig die Stadt anschauen und Mittag essen gehen konnten. Nach ca. 2 Stunden in der Stadt ging es den gleichen Weg wieder mit dem Zug zurueck - und mir wieder schlechter. Wir haben wieder am gleichen Ort uebernachtet und am naechsten Tag ging es mir zum Glueck besser. Was genau da los war weiss ich nicht. Kam total willkuerlich.
In den naechsten 2 Tagen haben wir uns dann noch Palmerston North ein bisschen angeschaut, verschiedenste Freunde von Alf und Margret besucht, auf einer Goatfarm ausprobiert Ziegen zu melken (Fazit: Langweilig. Die Haben nur 2 Zitzen, treten nicht und scheissen auch nicht wirklich. Kuehe melken ist viel aufregender. Und Kuehe sind niedlicher.), Margret hat sich doch allen ernstes spontan ein Microsoft Surface, ein Handy UND eine Kamera gekauft (was sie abgesehen vom Handy bis heute noch nicht benutzt hat), der Vater der Familie dort hat mir beigebracht den Rubik's Cube zu loesen und der andere Grossvater der Kinder kam vorbei und hat uns ganz viel ueber seltene Steine und Mineralien erzaehlt und uns sogar welche geschenkt die er selbst bearbeitet hat. Einen Ryolith, einen Agate und eine Kette mit einem Agate dran. Die Rueckenschmerzen sind auch echt heftig zurueck gekommen, aber ich konnte mich gluecklicherweise relativ gut ausklinken.
Insgesamt waren wir dann 5 Tage weg und ich habe dafuer als Gepaeck nur meinen kleinen Wanderrucksack mit gehabt! Ich haette niemals gedacht, dass ich das jemals schaffen wuerde - aber es hat vollkommen gereicht! Der Minimalismus geht in Startposition.
Was wirklich krass war war, dass ich schon nach einem halben Tag die Kuehe und das Melken vermisst habe. Dadurch habe ich erstmal gemerkt wie zu Hause ich mich eigentlich in Galatea fühle. Selbst ein paar Tage weg zu gehen ist schon schwer. Wie kann man sich nach so kurzer Zeit schon so sehr an einen Ort binden?
Ich war also froh als wir wieder zurueck gefahren sind, aber die 5 Tage waren trotzdem echt schoen. Und irgendwie kam eine Pause vom ganzen Arbeiten doch recht gelegen.
Ansonsten haben wir irgendwann noch ganz viele junge Obstbaeume von einer anderen Farm abgeholt. Harry, ein Freund von Karl, hat ihm sehr guenstig welche verkauft. Die Baume sollen dann auf der Farm in Galatea eingepflanzt werden - Hauptsaechlich um den Kuehen Schatten zu spenden. Ich glaube es waren insgesamt so um die 180 Stueck.
Dieser Harry Mowbray scheint irgendwie sehr reicht zu sein. Jedenfalls wurde uns das glaube ich 20 mal erzaehlt. Und dass er viele Dairy Farmen und irgendwelche grossen Spielzeugfirmen besitzt und dass er was mit diesen Bunch-O-Balloons zu tun hat. Ob das stimmt kann ich nicht sagen. Ich habe im Internet so gut wie nichts ueber ihn gefunden.
Jedenfalls haben wir mit ihm und irgendwelchen anderen Freunden nach dem Baeume abholen noch Tee getrunken. Das war ziemlich cool, weil die ausnahmsweise mal nicht nur Belangloses Zeug gequatscht haben, sondern mal ueber was mit Inhalt geredet haben. Sehr erfrischend.
Auf dem Rueckweg hat Caroline dann noch spontan einen neuen Hund gekauft. Den vorherigen Hund, Chase, musste sie verkaufen, weil er zu wild war. Der juengste Sohn hatte ueberall Kratzer und Bisse. Bentley (der Neue) ist echt das komplette Gegenteil. Total ruhig und sooooooo niedlich! Aber er hat bis jetzt schon einige male ins Auto gekotzt. Das duerfen natuerlich die Wwoofer weg machen... Sehr appetitlich. Zum Beispiel als wir mal wieder Bushwalken gegangen sind, oder als wir mit Karl und Caroline und den ganzen Kindern bei Ohope Beach (neben Whakatane) schwimmen gegangen sind. Das war echt cool! Das Wasser war zwar noch ziemlich kalt, aber die Sonne war stark. Zu stark. Habe mir erstmal einen Sonnenbrand geholt, als wir ALLE zusammen zwischen dem ins Wasser gehen im Sand gespielt haben :D
Des weiteren haben wir noch die Beer Can Shed von einem Verwandten gesehen (echt alle 4 Waende voll mit Bierdosen!! Und dazwischen alte Autos), flauschige Kuehe von den Nachbarn angeschaut, einigen Bandproben der lokalen Band "Lionstag" beigewohnt, haben einen Abend mit Cassie Karaoke gesungen und eine Nacht bei Frost draussen auf dem Trampolin geschlafen, weil wir die Sterne sehen wollten. Die leuchten hier echt super hell! Natuerlich war uns nicht klar, dass es Nachts unter 0 Grad geht. Wir sind halt echt einfach aufgewacht und hatten eine Eisschicht auf den Schlafsaecken. Das hat richtig gecruncht!
Alles davon habe ich mit Sophie zusammen erlebt. Das einzige was ich alleine gemacht habe ist, dass ich mir Cassie 2x in die Berge im Nationalpark hoch nach Ruatahuna gefahren bin. Das ist eine ca. 1,5 stuendige Fahrt ueber eine sehr sehr kurvige, hauptsaechlich einspurige Schotterstrasse mit Abgrund nebenan. Das erste mal davon war allerdings umsonst, weil auf der Baustelle wo wir hin gefahren sind niemand da war, sodass wir die Kabel nicht abladen konnten. Aber es war beides mal trotzdem echt witzig mit ihr und ich habe sogar unzaehlige wilde Kuehe und Pferde usw gesehen. Den einen Abend bin ich mal rueber zu Karls Haus gefahren um mit Cassie, Emily und Antonia ein bisschen was zu trinken. (Aus dem bisschen ist dann natuerlich etwas mehr geworden :D ). Sophie war leider zu muede an dem Abend. Am gleichen Abend konnte ich auch das erste mal auf dem Motorrad hier fahren, weil Cassies Eltern nicht da waren. Das war aber als der Abend noch sehr jung war, keine Sorge. Jedenfalls darf ich jetzt "offiziel" (halt trotzdem ohne Fuehrerschein, aber Karl meinte ich darf, wenn ich weiss wie es geht) damit fahren. Das ist echt praktisch, weil ich ja eh noch den Motorradfuehrerschein machen moechte, wenn ich zurueck komme.
An heissen Tagen gehen wir jetzt mehr oder weniger regelmaessig Abends nach dem Melken in einem Fluss (Horomanga) im Nationalpark vor der Tuer schwimmen. Der ist zwar echt eisig, aber das ist genau das Richtige nach einem anstrengenden Tag in der Sonne. (Auch dazu spaeter mehr) Und er liegt einfach mal mitten im Wald. Sich einfach auf dem Ruecken den Fluss runter treiben zu lassen und dabei in die exotischen Baumwipfel zu schauen ist wirklich einzigartig!
Einmal im Monat treffen sich die organic Farmer aus der Umgebung um sich Auszutauschen und bei einer Art Vortrag von so einem Typen des organic Verbandes Neues zu lernen. Letzten Monat konnten wir beide da hin mitkommen. Es war echt interessant, obwohl der Vortrag dieses mal hauptsaechlich Vertraege und irgendwelche Richtlinien beinhaltet hat. Was ich aber besonders cool fand, war, dass es eine kleine, transportable Bibliothek gibt, von der sich die Farmer Buecher ausleihen konnten. Und darin habe ich diverse Buecher ueber Homoeopathie fuer Tiere und Aehnliches gesehen. Es war auch ein Buch ueber die "Hidden Messages of Water" dabei. Darueber bin ich frueher schonmal gestolpert. Der Typ von dem Verband meinte, dass ich mit das selbstverstaendlich ausleihen kann, als ich ihn auf das Buch angesprochen habe. Da konnte ich natuerlich nicht nein sagen. Es geht darum, dass Wasser Botschaften transportieren kann. Um das zu Zeigen hat der Forscher, der das Buch geschrieben hat, das Wasser gefroren nachdem ihm verschiedene Botschaften gezeigt wurden und dann die entstehenden Eiskristalle betrachtet und analysiert. Es gibt dazu ein richtig interessantes Video auf YouTube, dass ihr euch mal anschauen koennt/solltet: https://www.youtube.com/watch?v=_t0rfjPwNs8
Ich war echt erstaunt, dass die organic Farmer anscheinend offen fuer so etwas sind, das nicht so ganz nach dem heutigen Stand der Wissenschaft erklaerbar ist. Ich hatte sogar allen ernstes kurz vorher schon mal mit Karl ueber dieses Ding mit dem Wasser geredet - wobei zu Beachten ist, dass er das Thema auf den Tisch gebracht hat, nicht ich.
Ich wollte eigentlich unbedingt mal nach Wai-O-Tapu. Das ist ein geothermaler Park nahe Rotorua. Da ich nur einen Tag in Rotorua verbracht habe, bevor ich zur Farm hier gekommen bin, habe ich es nicht geschafft mir den anzusehen. Diesen Park zu besuchen war eigentlich das Einzige, was ich mir schon vor meiner Abreise aus Deutschland fest vorgenommen hatte, weil der echt super interessant klang.
An einem morgen, als Sophie und ich gerade (mal wieder) in Margrets Garten Unkraut massakriert haben, kamen dann auf einmal Caroline und Karl vorbei, haben uns quasi aus dem Garten geschleift und so verdreckt wie wir waren in den Van gepackt und und im Waimangu volcanic valley abgesetzt. Das ist auch so ein hydrothermaler und vulkanischer Nationalpark, aber angeblich ist er noch besser als Wai-O-Tapu. So bin ich also doch noch dazu gekommen mir einen sogar noch besseren dieser volcanic valleys anzuschauen.
Sophie und ich haben dann den halben Tag in diesem Park verbracht, sind alle moeglichen Wege abgelaufen und haben die beeindruckende Landschaft genossen. Diese ist durch einen besonders grossen der unzaehligen Vulkanausbrueche dort massgeblich geformt worden.Der war 1917 und hat alle Pflanzen gekillt. Die wachsen jetzt aber wieder en masse. 1973 war der letzte Vulkanausbruch - bis jetzt. Die groessten Attraktionen dort sind der Frying Pan Lake (zu deutsch "Bratpfannensee"), die "Kathedrale" und - meiner Meinung nach am beeindruckendsten - der Inferno Krater. Ersterer hat seinen Namen vermutlich daher bekommen, dass er recht flach und breit ist, aber dampft. Die Kathedrale ist ein mindestens 60.000 Jahre alter, dampfender Monolith. Und den Inferno Krater fand ich so beeindruckend, weil es ein kristallblauer See, mitten in einem Krater ist. Er ist 30m tief, das Wasser ist bis zu 80 Grad warm, aber auch wenn er mal kaelter ist moechte man darin garantiert nicht schwimmen. Der pH Wert betraegt naemlich nur 2,1.
Der letzte Ausflug den wir gemacht haben war quasi ein Urlaub mit Margret und Alf in Tauranga. Grund dafuer war, dass Alf ein MRT im Krankenhaus dort machen lassen musste. Wahrenddessen konnten Sophie und ich uns die Stadt anschauen.
Da ich vorher schonmal ein paar Tage in Tauranga war, hatte ich eine ungefaehre
Idee davon, was sehenswert ist. Wir haben uns einfach das noch einmal angesehen, was ich mir auch schon angeschaut hatte. Das heisst, wir sind erstmal 1 1/2 Stunden bis in die Innenstadt gelaufen und haben uns dann die Art Gallery und die Bibliothek angeschaut. Sophie fand die Ausstellung von Roger Ballens uebrigens auch hoechst Verstoerend und ich muss sagen, ich die Bilder und Videos haben mich dieses mal noch mehr geschockt. Warum auch immer. Danach sind wir an den Strand in Mt Manganui gegangen (jetzt konnte ich mich sogar im Ozean als Wellenbrecher fuer die gefuehlt 2m hohen Wellen betaetigen - Salzwasser schmeckt echt ekelhaft...) und dann sind wir auf den Berg gestiegen, der dem Stadtteil seinen Namen gibt. Auch ein zweites mal war die Aussicht atemberaubend und der sowiso schon kurze Aufstieg kam mir diesmal noch kuerzer vor.
Wie gesagt. Die Unternehmungen aehneln meinen, die ich alleine in Tauranga gemacht habe sehr stark, aber zu Zweit war es so viel besser! Das letzte mal war das der Tag, an dem ich gemerkt habe wie ungern ich alleine unterwegs bin weil sich alles irgendwie so sinnlos anfuehlt (siehe Post "Tauranga"). Das war jetzt einfach mal der krasse Gegensatz und ich bin so Dankbar dafuer! Irgendwie witzig, was gute Gesellschaft fuer einen Unterschied macht.
Danach haben wir die Nacht im Pacific Palms Resort in Papamoa verbracht. Das Zimmer war eigentlich eine eigene Wohnung. Die wirkte aufgrund ihrer Sauberkeit und Ordnung unglaublich luxurioes auf Sophie und mich, obwohl sie gar nicht so teuer eingerichtet war. (Natuerlich war es aber komplett uebertrieben fuer eine Nacht eine ganze Ferienwohnung zu mieten.) Ich haette nie gedacht, dass Sauberkeit und Ordnung auf mich mal wie Luxus wirken koennen.
Wir sind natuerlich nicht schlafen gegangen, ohne vorher Abendbrot gegessen zu haben - und das war nun ehrlich absoluter Luxus. Wir waren in einem richtigen Restaurant, kein Fast Food Laden, und das Essen war einfach soooooo lecker. Ich hatte warmen Salat mit Feta und zum Nachtisch einen chocolate Cheescake, der einem auf der Zunge zergangen ist. Nachdem wir also mit vollen Baeuchen ins Bett gegangen sind und eine super erholsame Nacht (mit Ausschlafen bis um 8!! - was natuerlich nicht ging. Bin puenktlich um 4:30 aufgewacht) auf weichen und vor allem spinnenfreien Betten verbracht haben, sind wir am naechsten Tag mit einigen Einkaufsstopps fuer Margret und einem Stop bei der Manuka Honig Farm zum Eis essen nach Galatea zurueck gefahren. Wir haben uns gefuehlt als ob wir gerade aus dem Urlaub zurueck kommen, obwohl wir nur eine Nacht weg waren.
So Leute. Ich schaffe es auch mal, mich wieder zu melden. Ist ja nun doch schon wieder etwas her, dass ich hier was geschrieben habe... So relativ exakt 2 Monate. Uuuuuups xD So viel zu dem guten Vorsatz das naechste mal eher zu schreiben, damit sich nicht wieder so viele Erlebnisse anhaeufen. Genau das ist natuerlich passiert. Ich habe in der Zwischenzeit Massenhaft erlebt. Obwohl sich mittlerweile echt sowas wie ein "Alltag" etabliert hat.
Ich fange einfach mal bei den Unternehmungen an, die wir gemacht haben. Und wir wurden echt zu einigen Sachen mitgenommen. Das ist echt super lieb von den Leuten hier!
Da es so viel zu erzaehlen gibt, habe ich mir ueberlegt, zu jedem Thema zu dem ich was schreiben moechte einen extra Post zu verfassen - ihr bekommt das Ganze also in Haeppchen.
Unternehmungen
Am 14.10. hat Cassie uns und 2 andere Wwoofer (dazu spaeter mehr) mit nach Rotorua genommen. Dort sind wir mit einer Gondelbahn auf einen Berg neben der Stadt hoch gefahren. Oben angeommen konnte man ueber die ganze Stadt und den Lake Rotorua sehen. Unter der Gondelbahn waren uebrigens einige Downhill Trails.Und da man ja nicht einfach nur zum gucken auf einen Berg hoch faehrt musste noch etwas Action her: Wir sind mit dem sogenannten "Luge" den Berg runter gesaust. Das kann man sich so vorstellen: Es gibt vorgefertigte, mehr oder weniger ebene Betontracks, die den Berg runter fuehren. Oben kann/muss man sich einen fahrbaren Untersatz und einen Helm schnappen. Ersterer sieht ein bisschen aus wie ein Bob. Ein billiger Bob. Oder vielleicht eher wie so ein Kinder-Lenkschlitten aus Plastik. Egal. Jedenfalls quetscht man sich dann in so ein Ding rein und fragt sich ein bisschen ob man nicht schon etwas zu alt dafuer ist, weil es viel zu klein ist. Dann bekommt man eine Einweisung wie das ganze geht: Es gibt eine Lenkstange. Wenn man die zu sich ran zieht bremst es, beim nach links kippen geht es nach links usw. Ist nicht zu schwierig. Wir haben uns trotzdem erstmal fuer den einfachsten Ride von allen entschieden - der "Scenic Ride". Soll angeblich der mit dem besten Ausblick sein.
Fazit, als wir unten waren war: Nochmal! Eigentlich dachten wir, einmal reicht. Aber noe. Gleich wieder hoch, aber dieses mal den schwierigsten Trail runter. Das war nochmal besser. Ich haette nicht gedacht, dass dieses Plastik Gefaehrt es ueberlebt, wenn man damit abhebt...
Nach dem zweiten mal hatten wir dann aber doch genug. 3x ware zu teuer gewesen. Achjaaaaa diese knauserigen Backpacker :D
Wir waren dann noch im 3D Trick Art Museum gegenueber. Dort konnte man sich Bilder anschauen, die aus einem bestimmten Winkel echt 3D aussehen. Bzw konnte man sie sich nicht nur anschauen, sondern sich auch rein stellen und fotografieren lassen. Vielleicht habt ihr davon schon einige Bilder auf Facebook gesehen.
Die ganzen Seen um Rotorua haben wir an dem Tag auch noch abgeklappert. Echt viele. Aber an jedem See eine Runde chillen war natuerlich trotzdem drin.
Ein Wochenende spaeter waren Sophie und ich mit zu einer Familienfeier eingeladen. Es wurde am Lake Rotorua eine Hochzeit nachgefeiert. Und ich dachte, meine Familie ist gross...
Natuerlich waren wir als Backpacker total underdressed fuer so eine Feier und deshalb kam es, wie es kommen musste: Obwohl ich meine besten Sachen angezogen habe, waren Alf und Margret der Meinung, mir noch eine neue Hose kaufen zu muessen. Sie dachten, dass die, die ich an hatte zu alt sei, weil sie etwas zerschlissen ist. (Die soll so aussehen...) War jedenfalls ziemlich merkwuerdig alles. Musste mir aus den wuuuunderschoenen Sachen im Warehouse (Achtung, Ironie!) auf Krampf eine wuuuuuunderschoene Hose aussuchen. Sah auf keinen Fall besser aus als vorher, aber was solls.
Auf der Familienfeier habe ich mich immernoch etwas fehl am Platze gefuehlt. Dass es noch das ein oder andere logistische Problem gab, weil wir nicht eingeplant waren hat das nicht unbedingt besser gemacht. Aber es gab leckeres Essen und es war echt schoen, dass sie uns so weit zur "Familie" zaehlen, dass wir auf Familienfeiern mitgenommen werden.
Direkt im Anschluss sind wir dann mit Alf und Margret "in den Urlaub" richtung Palmerston North gefahren. Dort in der Naehe sollte am naechsten Tag der Traintrip starten. Wir haben bei der aeltesten Tochter von den Beiden in einem risigen Haus mit Pool und Hot Pool uebernachtet. So viel Luxus sind wir gar nicht mehr gewoehnt!
Wie sich dann herausstellte, ging der Traintrip nicht ueber mehrere Tage, sondern nur einen Tag.
Nachdem wir morgens bis um 7 ausgeschlafen hatten (krass, dass sich bis 7 schlafen wie ausschlafen angefuehlt hat! Ich bin sogar vor dem Wecker aufgewacht!) sind wir nach Feilding gefahren, um dort in den Zug zu steigen. Die Wagons waren teilweise echt alt - genauso wie die meisten Passagiere. Es waren nur einige Enkelkinder mit ihren Grosseltern dabei. Sophie und ich haben den Altersdurchschnitt des Wagons in dem wir waren bestimmt um 10 Jahre gesenkt :D Der Zug hat mich ehrlich gesagt ein bisschen an den Loessnitzdackel erinnert.
An sich war die Zugfahrt sehr schoen. Die Landschaft war toll (wir haben sogar den Mount Taranaki gesehen), man hatte Zeit zum Lesen und wir mussten uns nicht auf Zwang mit irgendwem unterhalten, weil Alf und Margret und die Familie bei der wir uebernachtet haben in einem anderen Wagon sassen. AN SICH war es schoen. Das Problem war nur, dass es mir an dem Tag relativ dreckig ging. Es wechselte die ganze Zeit zwischen Ruecken und Bauchschmerzen, wobei der Krach und das Schaukeln des Zuges nicht zur Besserung beigetragen haben.
In New Plymouth (das Ziel der Zugreise) gin es dann aber erstmal wieder etwas besser, sodass wir uns ein wenig die Stadt anschauen und Mittag essen gehen konnten. Nach ca. 2 Stunden in der Stadt ging es den gleichen Weg wieder mit dem Zug zurueck - und mir wieder schlechter. Wir haben wieder am gleichen Ort uebernachtet und am naechsten Tag ging es mir zum Glueck besser. Was genau da los war weiss ich nicht. Kam total willkuerlich.
In den naechsten 2 Tagen haben wir uns dann noch Palmerston North ein bisschen angeschaut, verschiedenste Freunde von Alf und Margret besucht, auf einer Goatfarm ausprobiert Ziegen zu melken (Fazit: Langweilig. Die Haben nur 2 Zitzen, treten nicht und scheissen auch nicht wirklich. Kuehe melken ist viel aufregender. Und Kuehe sind niedlicher.), Margret hat sich doch allen ernstes spontan ein Microsoft Surface, ein Handy UND eine Kamera gekauft (was sie abgesehen vom Handy bis heute noch nicht benutzt hat), der Vater der Familie dort hat mir beigebracht den Rubik's Cube zu loesen und der andere Grossvater der Kinder kam vorbei und hat uns ganz viel ueber seltene Steine und Mineralien erzaehlt und uns sogar welche geschenkt die er selbst bearbeitet hat. Einen Ryolith, einen Agate und eine Kette mit einem Agate dran. Die Rueckenschmerzen sind auch echt heftig zurueck gekommen, aber ich konnte mich gluecklicherweise relativ gut ausklinken.
Insgesamt waren wir dann 5 Tage weg und ich habe dafuer als Gepaeck nur meinen kleinen Wanderrucksack mit gehabt! Ich haette niemals gedacht, dass ich das jemals schaffen wuerde - aber es hat vollkommen gereicht! Der Minimalismus geht in Startposition.
Was wirklich krass war war, dass ich schon nach einem halben Tag die Kuehe und das Melken vermisst habe. Dadurch habe ich erstmal gemerkt wie zu Hause ich mich eigentlich in Galatea fühle. Selbst ein paar Tage weg zu gehen ist schon schwer. Wie kann man sich nach so kurzer Zeit schon so sehr an einen Ort binden?
Ich war also froh als wir wieder zurueck gefahren sind, aber die 5 Tage waren trotzdem echt schoen. Und irgendwie kam eine Pause vom ganzen Arbeiten doch recht gelegen.
Ansonsten haben wir irgendwann noch ganz viele junge Obstbaeume von einer anderen Farm abgeholt. Harry, ein Freund von Karl, hat ihm sehr guenstig welche verkauft. Die Baume sollen dann auf der Farm in Galatea eingepflanzt werden - Hauptsaechlich um den Kuehen Schatten zu spenden. Ich glaube es waren insgesamt so um die 180 Stueck.
Dieser Harry Mowbray scheint irgendwie sehr reicht zu sein. Jedenfalls wurde uns das glaube ich 20 mal erzaehlt. Und dass er viele Dairy Farmen und irgendwelche grossen Spielzeugfirmen besitzt und dass er was mit diesen Bunch-O-Balloons zu tun hat. Ob das stimmt kann ich nicht sagen. Ich habe im Internet so gut wie nichts ueber ihn gefunden.
Jedenfalls haben wir mit ihm und irgendwelchen anderen Freunden nach dem Baeume abholen noch Tee getrunken. Das war ziemlich cool, weil die ausnahmsweise mal nicht nur Belangloses Zeug gequatscht haben, sondern mal ueber was mit Inhalt geredet haben. Sehr erfrischend.
Auf dem Rueckweg hat Caroline dann noch spontan einen neuen Hund gekauft. Den vorherigen Hund, Chase, musste sie verkaufen, weil er zu wild war. Der juengste Sohn hatte ueberall Kratzer und Bisse. Bentley (der Neue) ist echt das komplette Gegenteil. Total ruhig und sooooooo niedlich! Aber er hat bis jetzt schon einige male ins Auto gekotzt. Das duerfen natuerlich die Wwoofer weg machen... Sehr appetitlich. Zum Beispiel als wir mal wieder Bushwalken gegangen sind, oder als wir mit Karl und Caroline und den ganzen Kindern bei Ohope Beach (neben Whakatane) schwimmen gegangen sind. Das war echt cool! Das Wasser war zwar noch ziemlich kalt, aber die Sonne war stark. Zu stark. Habe mir erstmal einen Sonnenbrand geholt, als wir ALLE zusammen zwischen dem ins Wasser gehen im Sand gespielt haben :D
Des weiteren haben wir noch die Beer Can Shed von einem Verwandten gesehen (echt alle 4 Waende voll mit Bierdosen!! Und dazwischen alte Autos), flauschige Kuehe von den Nachbarn angeschaut, einigen Bandproben der lokalen Band "Lionstag" beigewohnt, haben einen Abend mit Cassie Karaoke gesungen und eine Nacht bei Frost draussen auf dem Trampolin geschlafen, weil wir die Sterne sehen wollten. Die leuchten hier echt super hell! Natuerlich war uns nicht klar, dass es Nachts unter 0 Grad geht. Wir sind halt echt einfach aufgewacht und hatten eine Eisschicht auf den Schlafsaecken. Das hat richtig gecruncht!
Alles davon habe ich mit Sophie zusammen erlebt. Das einzige was ich alleine gemacht habe ist, dass ich mir Cassie 2x in die Berge im Nationalpark hoch nach Ruatahuna gefahren bin. Das ist eine ca. 1,5 stuendige Fahrt ueber eine sehr sehr kurvige, hauptsaechlich einspurige Schotterstrasse mit Abgrund nebenan. Das erste mal davon war allerdings umsonst, weil auf der Baustelle wo wir hin gefahren sind niemand da war, sodass wir die Kabel nicht abladen konnten. Aber es war beides mal trotzdem echt witzig mit ihr und ich habe sogar unzaehlige wilde Kuehe und Pferde usw gesehen. Den einen Abend bin ich mal rueber zu Karls Haus gefahren um mit Cassie, Emily und Antonia ein bisschen was zu trinken. (Aus dem bisschen ist dann natuerlich etwas mehr geworden :D ). Sophie war leider zu muede an dem Abend. Am gleichen Abend konnte ich auch das erste mal auf dem Motorrad hier fahren, weil Cassies Eltern nicht da waren. Das war aber als der Abend noch sehr jung war, keine Sorge. Jedenfalls darf ich jetzt "offiziel" (halt trotzdem ohne Fuehrerschein, aber Karl meinte ich darf, wenn ich weiss wie es geht) damit fahren. Das ist echt praktisch, weil ich ja eh noch den Motorradfuehrerschein machen moechte, wenn ich zurueck komme.
An heissen Tagen gehen wir jetzt mehr oder weniger regelmaessig Abends nach dem Melken in einem Fluss (Horomanga) im Nationalpark vor der Tuer schwimmen. Der ist zwar echt eisig, aber das ist genau das Richtige nach einem anstrengenden Tag in der Sonne. (Auch dazu spaeter mehr) Und er liegt einfach mal mitten im Wald. Sich einfach auf dem Ruecken den Fluss runter treiben zu lassen und dabei in die exotischen Baumwipfel zu schauen ist wirklich einzigartig!
Einmal im Monat treffen sich die organic Farmer aus der Umgebung um sich Auszutauschen und bei einer Art Vortrag von so einem Typen des organic Verbandes Neues zu lernen. Letzten Monat konnten wir beide da hin mitkommen. Es war echt interessant, obwohl der Vortrag dieses mal hauptsaechlich Vertraege und irgendwelche Richtlinien beinhaltet hat. Was ich aber besonders cool fand, war, dass es eine kleine, transportable Bibliothek gibt, von der sich die Farmer Buecher ausleihen konnten. Und darin habe ich diverse Buecher ueber Homoeopathie fuer Tiere und Aehnliches gesehen. Es war auch ein Buch ueber die "Hidden Messages of Water" dabei. Darueber bin ich frueher schonmal gestolpert. Der Typ von dem Verband meinte, dass ich mit das selbstverstaendlich ausleihen kann, als ich ihn auf das Buch angesprochen habe. Da konnte ich natuerlich nicht nein sagen. Es geht darum, dass Wasser Botschaften transportieren kann. Um das zu Zeigen hat der Forscher, der das Buch geschrieben hat, das Wasser gefroren nachdem ihm verschiedene Botschaften gezeigt wurden und dann die entstehenden Eiskristalle betrachtet und analysiert. Es gibt dazu ein richtig interessantes Video auf YouTube, dass ihr euch mal anschauen koennt/solltet: https://www.youtube.com/watch?v=_t0rfjPwNs8
Ich war echt erstaunt, dass die organic Farmer anscheinend offen fuer so etwas sind, das nicht so ganz nach dem heutigen Stand der Wissenschaft erklaerbar ist. Ich hatte sogar allen ernstes kurz vorher schon mal mit Karl ueber dieses Ding mit dem Wasser geredet - wobei zu Beachten ist, dass er das Thema auf den Tisch gebracht hat, nicht ich.
Ich wollte eigentlich unbedingt mal nach Wai-O-Tapu. Das ist ein geothermaler Park nahe Rotorua. Da ich nur einen Tag in Rotorua verbracht habe, bevor ich zur Farm hier gekommen bin, habe ich es nicht geschafft mir den anzusehen. Diesen Park zu besuchen war eigentlich das Einzige, was ich mir schon vor meiner Abreise aus Deutschland fest vorgenommen hatte, weil der echt super interessant klang.
An einem morgen, als Sophie und ich gerade (mal wieder) in Margrets Garten Unkraut massakriert haben, kamen dann auf einmal Caroline und Karl vorbei, haben uns quasi aus dem Garten geschleift und so verdreckt wie wir waren in den Van gepackt und und im Waimangu volcanic valley abgesetzt. Das ist auch so ein hydrothermaler und vulkanischer Nationalpark, aber angeblich ist er noch besser als Wai-O-Tapu. So bin ich also doch noch dazu gekommen mir einen sogar noch besseren dieser volcanic valleys anzuschauen.
Sophie und ich haben dann den halben Tag in diesem Park verbracht, sind alle moeglichen Wege abgelaufen und haben die beeindruckende Landschaft genossen. Diese ist durch einen besonders grossen der unzaehligen Vulkanausbrueche dort massgeblich geformt worden.Der war 1917 und hat alle Pflanzen gekillt. Die wachsen jetzt aber wieder en masse. 1973 war der letzte Vulkanausbruch - bis jetzt. Die groessten Attraktionen dort sind der Frying Pan Lake (zu deutsch "Bratpfannensee"), die "Kathedrale" und - meiner Meinung nach am beeindruckendsten - der Inferno Krater. Ersterer hat seinen Namen vermutlich daher bekommen, dass er recht flach und breit ist, aber dampft. Die Kathedrale ist ein mindestens 60.000 Jahre alter, dampfender Monolith. Und den Inferno Krater fand ich so beeindruckend, weil es ein kristallblauer See, mitten in einem Krater ist. Er ist 30m tief, das Wasser ist bis zu 80 Grad warm, aber auch wenn er mal kaelter ist moechte man darin garantiert nicht schwimmen. Der pH Wert betraegt naemlich nur 2,1.
Der letzte Ausflug den wir gemacht haben war quasi ein Urlaub mit Margret und Alf in Tauranga. Grund dafuer war, dass Alf ein MRT im Krankenhaus dort machen lassen musste. Wahrenddessen konnten Sophie und ich uns die Stadt anschauen.
Da ich vorher schonmal ein paar Tage in Tauranga war, hatte ich eine ungefaehre
Idee davon, was sehenswert ist. Wir haben uns einfach das noch einmal angesehen, was ich mir auch schon angeschaut hatte. Das heisst, wir sind erstmal 1 1/2 Stunden bis in die Innenstadt gelaufen und haben uns dann die Art Gallery und die Bibliothek angeschaut. Sophie fand die Ausstellung von Roger Ballens uebrigens auch hoechst Verstoerend und ich muss sagen, ich die Bilder und Videos haben mich dieses mal noch mehr geschockt. Warum auch immer. Danach sind wir an den Strand in Mt Manganui gegangen (jetzt konnte ich mich sogar im Ozean als Wellenbrecher fuer die gefuehlt 2m hohen Wellen betaetigen - Salzwasser schmeckt echt ekelhaft...) und dann sind wir auf den Berg gestiegen, der dem Stadtteil seinen Namen gibt. Auch ein zweites mal war die Aussicht atemberaubend und der sowiso schon kurze Aufstieg kam mir diesmal noch kuerzer vor.
Wie gesagt. Die Unternehmungen aehneln meinen, die ich alleine in Tauranga gemacht habe sehr stark, aber zu Zweit war es so viel besser! Das letzte mal war das der Tag, an dem ich gemerkt habe wie ungern ich alleine unterwegs bin weil sich alles irgendwie so sinnlos anfuehlt (siehe Post "Tauranga"). Das war jetzt einfach mal der krasse Gegensatz und ich bin so Dankbar dafuer! Irgendwie witzig, was gute Gesellschaft fuer einen Unterschied macht.
Danach haben wir die Nacht im Pacific Palms Resort in Papamoa verbracht. Das Zimmer war eigentlich eine eigene Wohnung. Die wirkte aufgrund ihrer Sauberkeit und Ordnung unglaublich luxurioes auf Sophie und mich, obwohl sie gar nicht so teuer eingerichtet war. (Natuerlich war es aber komplett uebertrieben fuer eine Nacht eine ganze Ferienwohnung zu mieten.) Ich haette nie gedacht, dass Sauberkeit und Ordnung auf mich mal wie Luxus wirken koennen.
Wir sind natuerlich nicht schlafen gegangen, ohne vorher Abendbrot gegessen zu haben - und das war nun ehrlich absoluter Luxus. Wir waren in einem richtigen Restaurant, kein Fast Food Laden, und das Essen war einfach soooooo lecker. Ich hatte warmen Salat mit Feta und zum Nachtisch einen chocolate Cheescake, der einem auf der Zunge zergangen ist. Nachdem wir also mit vollen Baeuchen ins Bett gegangen sind und eine super erholsame Nacht (mit Ausschlafen bis um 8!! - was natuerlich nicht ging. Bin puenktlich um 4:30 aufgewacht) auf weichen und vor allem spinnenfreien Betten verbracht haben, sind wir am naechsten Tag mit einigen Einkaufsstopps fuer Margret und einem Stop bei der Manuka Honig Farm zum Eis essen nach Galatea zurueck gefahren. Wir haben uns gefuehlt als ob wir gerade aus dem Urlaub zurueck kommen, obwohl wir nur eine Nacht weg waren.
Danke für deinen ausführlichen und interessanten Bericht. Nachdem ich gestern nur diagonal lesen konnte, habe wir heute zu zweit ausführlich gelesen. Es ist toll, was du so alles erleben darfst. Die Kontraste in Natur, zwischen Stadt und Land und offenbar auch in der Gesellschaft sind schon krass.
AntwortenLöschenHoffentlich geht es dir gesundheitlich besser. Die oft schwere körperliche Arbeit auf der Farm ist etwas anderes als Sport. Dass du dich so schnell an das Leben auf der Farm gewöhnt hast und es sogar vermisst, ist schon erstaunlich.
Am 6. Februar ist in NZ Nationalfeiertag. Wenn unsere Informationen richtig sind, kann man an diesem Tag in viele Einrichtungen und an wichtige Orte der Maori, die man sonst nicht besuchen kann. Das wäre sicher interessant.
Liebe Grüße und bis bald!
Danke :)
LöschenJa. Ich bin auch von der Menge an Erlebnissen begeistert!
Mir geht es gesundheitlich blendend! (Abgesehen von Milliarden an Muecken und Sandfly-Stichen :D ) Macht euch da mal keine Sorgen.
Danke fuer die Info :) Da mache ich mich mal schlau.
LG Kathie