Autokauf


20.02.2018

Yaaaaaas! Ich bin stolzer Besitzers eines Autos ^^ Mein erstes eigenes Auto – was für ein Gefühl! 

Dank Papas Hilfe hat sich das Auto Kaufen wesentlich einfacher gestaltet als ich erwartet habe. Da habe ich glaube ich echt Glück, so eine kompetente Beratung gehabt zu haben. Das Ganze lief nämlich so: Ich habe mir Angebote auf Facebook angeschaut, überlegt, ob es klappen könnte und dann Papa gefragt, was er von den Angeboten hält. Wir haben uns dann 2 raus gesucht, die wir uns in Christchurch und Umgebung anschauen wollten. Das erste Auto war ein Mazda Premacy, glaube ich. Das Angebot auf Facebook sah super aus, das Auto sah aus als ob es in einem sehr guten Zustand wäre und es hatte erst eine Backpackergeneration hinter sich und unter 200.000km. Ich dachte eigentlich, das wird es auf jeden Fall.

Vor dem Auto anschauen war ich dann doch ziemlich aufgeregt. Ich war noch nie in der Situation, jemand anderem etwas abkaufen zu wollen. Schon gar nicht ein Auto. Und ich muss sagen, ich habe nicht wirklich Ahnung von Autos, aber ich glaube der Verkäufer hatte noch weniger – und das ist schon eine Leistung :D Und es war glaube ich auch ein wenig fies von mir, noch jemanden mitzubringen, der wirklich Ahnung hat. Das würde mich als Verkäufer auch total verunsichern.

Es stellte sich jedenfalls heraus, dass das Auto schon wieder den Besitzer gewechselt hatte, seit die Verkaufsanzeige auf Facebook erstellt wurde. Die Verkäuferin hat es an einen Freund weiter gegeben, weil sie zurück musste. Dieser sollte das Auto dann für sie verkaufen. Allerdings wäre er anscheinend auch nicht böse gewesen, wenn er das Auto nicht hätte verkaufen können. Er meinte, er würde es dann einfach selbst behalten. Das Auto war auf jeden Fall in einem weit schlechteren Zustand als in dem Post gezeigt und auch mein Bauchgefühl war nicht sonderlich gut. 

Das zweite Auto war ein Toyota Townace Noah von 1997. 217.000km, neuer WOF (neuseeländisches Äquivalent zum TÜV). Der Verkäufer war mir direkt sympathisch. Nachdem Papa und ich das Auto inspiziert haben und eine kleine Probefahrt in Christchurch hinter uns hatten (der Verkäufer lag hinten im Bett, weil es vorn nur 2 Sitze gibt :D ), war es auf jeden Fall erstmal nicht ausgeschlossen. Das Auto an sich hat mir sehr gefallen – und das muss es ja auch, wenn es für ein paar Monate mein zu Hause sein soll. (Es ist z.B. nicht sehr lang, dafür aber höher als die meisten Backpacker Campervans. Dadurch ist es rangierfähig, aber trotzdem geräumig. Uuuund es ist super gemütlich!) Trotzdem brauchte ich etwas Bedenkzeit und etwas Zeit um Papa nach seiner Meinung zu fragen. Er fand das Auto auch ziemlich gut und angesichts dessen, dass ich vermutlich nicht sehr bald ein besseres Angebot finden würde und meines guten Bauchgefühls, habe ich mich ziemlich schnell entschlossen dass es dieses Auto werden wird.

Die einzigen Mängel waren, dass die Schiebetür hinten nicht abschließbar war und dass die Rego (Registrierung des Autos – muss man in NZ haben) fast ausgelaufen war. Aber das war Beides recht einfach zu lösen.

Wir sind auf den gleichen Campingplatz wie der Verkäufer gefahren und haben dann am nächsten Morgen alles fest gezurrt und sind zur Post gegangen um das Auto umzumelden und die Rego zu verlängern. Die Post hatte aber irgendwie ein paar Probleme, deshalb mussten wir noch 2 Tage warten. Das hat sowieso mit dem Werkstatttermin für die Tür ganz gut gepasst. Außerdem hatte der Typ von dem ich das Auto gekauft habe dadurch auch noch etwas mehr Zeit sein Zeug zu packen und sich eine Unterkunft für danach zu organisieren. Wir sind in der Zwischenzeit mit unserem Mietauto auf die Banks Peninsula gefahren.

Zwei Tage später haben wir uns wieder getroffen, der Verkäufer hat das Auto in die Werkstatt gegeben und wir haben Ummeldung, Rego und Bezahlung geklärt. Für das Auto habe ich 3.300$ bezahlt. Das ist verhältnismäßig viel für einen gebrauchten Campervan, aber das Auto ist auch nicht schlecht. Dazu kamen dann noch Kosten für Versicherung, Rego und Ummeldung. Das ist hier aber ein Glück bei weitem nicht so teuer wie in Deutschland. Die Reparaturkosten für die Tür hat der Verkäufer größtenteils übernommen.

Als das Auto dann aus der Werkstatt kam war es meins. Der Verkäufer hat es dann noch bis nach Christchurch zu seinem nächsten Hostel gefahren, sich dann von seinem zu Hause in dem er fast 1 Jahr gewohnt hat „verabschiedet“ und mir den Schlüssel gegeben.

Jetzt ist es meins :D


Danach habe ich oft das Öl kontrolliert
Ich musste dann noch dies und das fürs Auto kaufen, aber unsere Unterkunft in Christchurch war glücklicherweise direkt gegenüber vom Warehouse. Das hat es echt einfach gemacht. Zum Beispiel brauchte ich Öl und Fett. Uns ist nämlich wahrscheinlich genau zum richtigen Zeitpunkt aufgefallen, dass das Öl alle war. Also wirklich alle. (Den Öl-Grad heraus zu finden war übrigens auch echt nicht leicht.) Das Fett brauchten wir, um die Radlagerkappe abzudichten. Die ist nämlich verbeult und dadurch wahrscheinlich undicht. Wir haben dann echt noch einige Sachen gefunden, die uns der Verkäufer verschwiegen hat – oder nicht wusste. Der Luftdruck der Reifen war z.B. zu niedrig und beim Bremsen ruppelt es ziemlich. Aber nur wenn man leicht bremst. Stark Bremsen klappt.

Das ganze Geschirr und alle Kochutensilien mussten auch erstmal gewaschen werden. Die waren in einem Zustand, in dem man nicht davon Essen will. Auch die Gewürze und sonstiges Essen mussten erst einmal inspiziert und aussortiert werden. Mama hat mir dabei echt super viel geholfen.

Erste "richtige" Fahrt durch Christchurch

Nachdem Mama und Papa abgeflogen sind, habe ich meine erste Tour unternommen: Von Christchurch nach Culverden. Sophie besuchen.

Da das Auto ziemlich versifft war, habe ich die Chance gleich mal genutzt, es komplett ausgeräumt und von oben bis unten geputzt. Das war echt ekelhaft… Habe über 4h gebraucht – und nur von innen geputzt. Jetzt ist es aber endlich schön sauber und gemütlich.


Insgesamt bin ich mit meinem Auto wirklich sehr zufrieden. Ich habe verhältnismäßig viel Platz und hätte auch – wenn der Typ mit nicht so viel Zeug mitgegeben hätte – echt viel Stauraum. Bin gerade dabei nach und nach das Überflüssige Zeugs los zu werden.

Leider hatte ich später noch ein paar mehr Probleme. So war z.B. mein Keilriemen fast kaputt. Den habe ich gerade noch rechtzeitig austauschen lassen. Er war schon gespalten. Und vor Kurzem ist auch noch das obere Teil meines Kühlers gerissen, sodass das Kühlwasser ausgelaufen ist. Auch das wurde gerade im richtigen Moment entdeckt. Aber die Reparatur war ziemlich teuer. Das Öl läuft übrigens auch etwas aus. Scheint aber im normalen Bereich zu sein. Ach ja. Und ich hatte noch Probleme mit dem Sensor der erkennt, ob die Tür geschlossen ist. Der hat die ganze Zeit gemeldet, dass sie offen ist. Dadurch war das Licht drinnen an. Das konnte man auch nicht abschalten. Ich dachte dann, ich hab es „professionell“ provisorisch repariert, aber als ich nach einer 5-Tages Wanderung zurück kam, war meine Batterie komplett flach. Jemanden mit Starterkabeln zu finden war auch nicht besonders einfach, hat aber geklappt. Jetzt habe ich meine eigenen Starterkabel gekauft und herausgefunden wie ich die Lampe ausbauen kann. 

Ein Auto haben ist also eine echt teure Angelegenheit. Auch das Tanken ist nicht ohne. Das Benzin in NZ ist etwas teurer als in Deutschland und dadurch dass ich viel herum fahre brauche ich Unmengen. Aber die Mobilität und Möglichkeiten die man durch ein Auto hat, macht das alles wieder wett. Es lohnt sich echt.

Kommentare