Mit meinen Eltern in Neuseeland


 6.2.18 - 8.2.18
Wellington im Morgenlicht
Ich bin übernacht von Rotorua mit dem Intercity Bus von Rotorua nach Wellington, Neuseelands Hauptstadt, gefahren. Dadurch war ich überaus früh in der Stadt und brauchte auch erstmal ein paar Minuten an der Bushaltestelle um meine Verschlafenheit abzuschütteln, mich zu orientiern und mir zu überlegen, wass ich machen wollte. Wellington ist meiner Meinung nach nicht sooooo wunderschön - aber im Morgenlicht sieht es trotzdem bezaubernd aus. Vor allem war ich fast alleine in der Stadt, da Feiertag (Waitangi Day) war. Habe auf einer Bank vor dem Bienenstockförmigen Parlamentsgebäude Toast mit Tomatenmark, Gurke und einen Apfel gefrühstückt und bin danach mit der ersten Cable Car des Tages auf den Berg direkt in der Stadt gefahren. Von der Hügelspitze aus konnte ich dann einen wunderbaren Blick über die Stadt und die Bucht im Morgenlicht genießen und anschließend durch den botanischen Garten wieder nach unten in die Stadt laufen. Danach war ich noch im Wellington Museum - das wie fast alle Museen in Neuseeland kostenlos war. Es gab sehr viel geschichtliches und einiges über Schiffahrt usw. zu sehen. Das war wirklich interessant. Leider hatte ich nicht mehr unendlch viel Zeit, weil ich am frühen Nachmittag beim Fährterminal einchecken musste. Viel mehr hätte ich aber sowiso nicht aufnehmen können.

Blick vom Berg mit Cable Car

Blick von der Fähre
  Die Fahrt mit der Fähre von Wellington nach Picton war zwar kalt und windig, dafür aber sehr schön. Dank eines Tipps von Karl habe ich einen super bequemen Sitzplatz mit bester Sicht ergattern können. Und zwar in der Bar ganz vorne in der Fähre. Ich saß in der zweiten Reihe direkt hinter der Frontscheibe. Vom dort aus hat man die Landschaft echt wunderbar gesehen. 
Die zwei netten Omis neben mir haben anscheinend sogar das Glück gehabt, Delfine zu sehen. Die habe ich leider verpasst aber nicht so schlimm.
In Picton habe ich dann eine Nacht in einem super schönen Hostel verbracht. (Alicante Backpackers - kann ich nur weiterempfehlen!) Der Hostelbesitzer hat mich als erstes im ganzen Hostel herumgeführt und mich allen vorgestellt. In der Küche gab es frische Tomaten aus dem eigenen Garten, die wir ausdrücklich benutzen sollten und zum Frühstück (inklusive) gab es Muffins, Müsli und irgendwelche leckere Fruchtbrote. Insgesamt war das Hostel auch einfach super gemütlich und vor allem sauber.
Früh am Morgen ging es dann wieder in den Bus und ab nach Christchurch. Die Fahrt da hin hat quasi eine Safari und eine Scenic Tour inklusive. Man fährt auf dem State-Highway 1 die Ostküste entlang - super beeindruckende Landschaft. Vor allem wenn man von der Nordinsel kommt. Die Berge auf der Südinsel sind einfach noch ein bisschen krasser. Und aus dem Busfenster raus habe ich ernsthaft Robben en Masse, Pinguine und sogar - ohne Witz - Delfine gesehen! Also setzt euch im Bus unbedingt ans Fenster auf der linken Seite wenn ihr mal da lang kommt. Es lohnt sich!

Kleiner Stop in Kaikoura mit dem Bus

Durch das ganze raus gucken, Musik hören und mit viel nachdenken über den Abschied aus Galatea, Unabhängigkeit, Reisen, los lassen, Veränderung und die Vorfreude meine Eltern bald wieder zu sehen vergingen die 6h Fahrt auch wie im Flug. Mir ist auch aufgefallen, dass das Bus fahren mit eins der coolsten Dinge am Reisen ist. Man kann ganz entspannt im Bus sitzen, Musik hören, nachdenken und die Landschaft zieht einfach an einem vorbei und ändert sich ständig. Man muss einfach nur aus dem Fenster schauen und sieht so viel! Und wenn man müde ist macht man halt ein kleines Schläfchen oder falls es doch irgendwann mal langweilig werden sollte liest man einfach eine Runde. Im Bus hat man halt auch nicht das Problem, dass man in der Stadt steht und gar nicht weiß, was man zuerst machen soll. Außerdem sieht man vor allem mal ein paar Dinge, die außerhalb der Stadt sind. Ohne Auto kann man immer nur in Städten rum rennen und sieht von der grandiosen Natur nur mäßig viel. Aus dem Busfenster heraus ist das etwas ganz anderes.

Und dann war ich auf einmal in Christchurch! Wir sind noch ewig durch irgendwelche Vororte gecruised und die Vorfreude und Aufregung wuchs beständig. Als ich dann an der Haltestelle Mama und Papa durchs Fenster gesichtet habe hatte ich sofort ein Dauergrinsen auf dem Gesicht. Es ist so unreal! Sich nach einem halben Jahr ausgerechnet am Anderen Ende der Welt wieder zu treffen ist einfach alles andere als alltäglich! Und was voll schön war: Normalerweise ist es immer ein bisschen komisch, wenn man sich nach einer langen Zeit mit jemandem wieder trifft. Man weiß nicht worüber man reden soll usw. Aber mit Mama und Papa war das gar nicht so. Es war einfach so, als wäre ich nie weg gewesen.

Wiedersehen!!

Wir sind dann erstmal zusammen mit dem Bus ins Motel (Arthur's Lodge) gefahren um mein Zeug abzuwerfen und was zu Essen. Dann haben wir uns direkt wieder auf gemacht, um uns noch den botanischen Garten und die "Quake City" anzuschauen. Der botanische Garten war wirklich schön. Vor allem der Rosengarten war echt beeindruckend. Ich bin zwar eigentlich nicht so der Fan von Rosen, aber einige haben so extrem gut geduftet, dass man da nicht unbeeindruckt vorbei gehen konnte. Auch die Quake City war richtig interessant. Das ist eine Ausstellung, die einen zu den vergangenen Erdbeben in Chch informiert - und das waren wirklich viele! Auf dieser Grundlage ergibt vieles in Chch wesentlich mehr Sinn.

...und die ganze Zeit über dieses Gefühl von Ungläubigkeit und Glück, mit meinen Eltern zusammen in NEUSEELAND (!!!) durch eine Stadt zu laufen.


Also Cristchurch ist zwar eine ziemliche Baustelle, dafür aber wirklich schön.
Durch den Baustellen-Status gab es richtig viele Verkehrskegel (englisch "cones") -teilweise an sehr lustigen Stellen, die ich natürlich fotografieren musste.

Natürlich? Warum natürlich? Ich glaube ich habe die ganze Story mit den cones noch gar nicht erwähnt…
Dazu ist jetzt vielleicht der richtige Moment.
Aaaaaaalso. Die Grundstory ist, dass ich während ich in Galatea war, mit einem cone namens Victor zusammen war. Das kam so: Als Cassie, Sophie und ich das erste mal was zusammen unternommen haben, sind wir abends auf der suche nach einer geöffneten Bar durch die Gegend gefahren. Leider haben wir keine gefunden. Es ist unglaubwürdig aber wahr: In Galatea und Murupara gibt es vielleicht 2 Bars, die man ansteuern kann und eine in die man anscheinend lieber nicht gehen sollte, weil da komische Leute sind. Die 2 Bars haben aber so ungefähr Dienstag und Donnerstag bzw. Montag und Mittwoch offen und dann auch nur bis 7pm. Wer geht denn bitte zu einer solchen Zeit in die Bar?! Jedenfalls haben wir uns dann einfach im Liquor Store (= Alkoholladen) was gekauft und sind weiter rumgefahren. Cassie brachte dann die Idee ein, dass man ja eigentlich einen cone vom Straßenrand mitgehen lassen könnte. Ich dachte erst so "Naaaah. Lieber nicht.". Als sie dann aber beim 4. cone angehalten hat, hab ich ihn doch eingepackt. Den haben wir dann auf dem Springbrunnen in Margrets Vorgarten platziert. Während ich auf Toilette war, haben Cassie und Sophie dem cone ein Gesicht verpasst, ihm einen Namen gegeben, Victor getauft und zu meinem Boyfriend erklärt. Damit, dass ich jetzt einen neuseeländischen Freund habe, hat sie dann erstmal alle verarscht. Das hat mich aber vermutlich vorgehend vor Verkupplungsversuchen mit anderen Locals (= Einheimische) bewahrt und war auch später meine Ausrede. "But I already have a boyfriend: Victor!" oder "Victor would be really jealous then!". Ziemlich praktisch so ein cone. Während ich mit Laura bei Karl und Caroline gewohnt habe, habe ich mich dann mit Victor verlobt und Cassie hat ihm sogar eine eigene Facebook Seite erstellt. Müsst ihr euch mal anschauen :D  (Dafür sind auch die ganzen Bilder. Die meisten anderen Cones sind nämlich mit Victor verwandt.)
Dann kam das unerwartete. Es stellte sich heraus, dass Victor mich mit seiner Ex-Frau Victoria betrogen hat! Er hat sogar ein Kind von ihr. Die 3 Wohnen jetzt zusammen auf der Brücke an der Stelle an der die Jolly Road über den Creek führt, der auch durch die Farm verläuft.
Ich bin jetzt jedenfalls sehr böse auf ihn und wir sind nicht mehr zusammen.

Victors Facebook Seite: Klick!
  
Fertig mit Einkaufen - Es kann los gehen!
Am nächsten Morgen haben wir dann sehr zeitig unseren Miet-Campervan von Jucy's abgeholt. Das Abholen hat Jahre gedauert, aber dann konnte unser Trip starten. Nur mit einem groben Plan, was wir sehen wollten ging es erstmal los zum Einkaufen und dann Richtung Westküste. Aber mehr zu unserem Trip im nächsten Post.


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