Die Südinsel aus der Perspektive eines Campers


8.2.18-22.2.18


Kurzübersicht für Topographen oder ganz schnelle

8.2. Vom Coundown Christchurch über den Arthur's Pass (SH73, Teil des Great Alpine Highway) zur "Avalanche Creek Campsite" in "Arthur's Pass", kurze Wanderung zum Wasserfall "Devil's Punchbowl"

9.2. SH73 entlang an die Westküste, dann auf den SH6 Richtung Süden, erstes Mal in der Tasmanischen See Baden in Hokitika, dann weiter zum Franz-Josef Glacier, anschließend Campen im "Glacier Country Campervan Park" in Franz-Josef

10.2. auf SH6 die Westküste entlang Richtung Süden mit vielen Zwischenstopps an Aussichtspunkten (z.B. Knights Point, Ship Creek Beach und Wasserfällen "The Roaring Billy" und "Thunder Creek Waterfall" am Haast Pass) und kurzer Badepause am Lake Paringa, dann auf den Campingplatz "Boundary Creek" am nördlichsten Ende des Lake Wanaka

11.2. weiter auf SH6, Brunch-Pause in Wanaka, dann weiter über die "Crown Range Road" wieder auf SH6, dann auf SH94 bis fast zum Milford Sound, aufgrund eines vollen Camping Platzes wieder zurück zur "Cascade Creek Campsite" am Lake Gunn

12.2. Bootstour auf dem Milford Sound, dann über SH94 und SH99 nach Manapouri am gleichnamigen See Campen (oder Glampen?) in der Possum Lodge, auf dem Weg viele Zwischenstopps (z.B. bei "The Chasm" und den Mirror Lakes")

13.2. SH99 entlang nach Invercargill, Stopps an der Südküste an McCrackens Rest, am Gemstone Beach und in Riverton zum dekadenten Mittagessen im Restaurant, in Invercargill im Baumarkt Besichtigung des Motorrads aus dem Film "The Worlds Fastest Indian" (deutscher Titel: Mit Herz und Hand), anschließend auf dem SH1 weiter nach Bluff auf "The Bluff Camping Ground", vor dem schlafen noch den Stirling Point besucht und den Bluff Hill bestiegen

14.2. Besichtigung des "MotorcycleMecca" in Invercargill, dann der Southern Scenic Route folgend den SH92 in die Catlins hinein. Stopps an den Klippen von Fortrose, am Waipapa Point Lighthouse, am Slope Point (südlichster Punkt), dann zum "Curio Bay Campingground"

15.2. Dem SH92 folgend zu den "Niagara Falls", dann nach Papatowai, dort Kaffee trinken im "The Lost Gypsy", dann weiter zu Jack's Blowhole und wieder zurück zu den Purakaunui Falls, anschließend weiter zum Campingplatz in der Purakaunui Bay

16.2. Wieder den SH92 zurück zu den Cathedral Caves, dann weiter, noch einmal Kaffee im "The Lost Gypsy" und weiter nach Norden zum Nugget Point, anschließend auf den SH1, kurzer Halt in Dunedin, dann nach Waikouaiti zum "Waikouaiti Beach Motor Camp"

17.2. SH1 Richtung Norden, Touri-Stopp an den Moeraki Boulders, lange Besichtigung von Oamaru (Steam Punk Muesum und Victorianische Innenstadt), dann in den "Waitaki Waters Holiday Park" am Waitaki River

18.2. SH1 Richtung Norden, ohne Zwischenstopps, da nicht viel zu sehen und in Eile, da in Lincoln und Christchurch zum Autos besichtigen verabredet (ja, ich will mir eins kaufen), Besichtigung und Gottesdienst in der Transitional Cathedral in Christchurch, Pizza essen und Übernachtung auf dem kostenlosen Campingplatz "Chamberlains Ford Recreation Reserve"

19.2. Autokauf, dann über SH75 Flucht vor dem Zyklon in die Okains Bay (Banks Peninsula) auf den gleichnamigen Campingplatz

20.2. Autoübergabe in Lincoln, dann nach Christchurch in die "Blenheim Road Motorlodge", Besorgungen in Christchurch

21.2. Besorgungen in Christchurch, Testrunde mit dem neuen Auto, Besuch des Canterbury Museum

22.2. Mietauto Abgeben, Besuch des Antarctic Center neben dem Flughafen und Eltern am Gate verabschieden :(


Das war jetzt die schnelle Version - etwas genauer geht es aber schon noch. Da es vermutlich in eine Trilogie ausarten würde, wenn ich versuche, jeden einzelnen Tag genau zu beschreiben will ich nur einige vereinzelte Gedanken mit euch teilen.




Wie waren wir unterwegs?


Fertig für die Nacht
In einem gemieteten Jucy Campervan. Das sind diese überhaupt gar nicht auffälligen grün-lila Autos, die überall über Neuseelands Straßen rollen. By the way: Was für eine abartige Farbkombi :D Grün-Lila? Ich bitte dich. Das ist ja wie Pink-Avocado…

Eigentlich wollen wir ein größeres Auto mieten, aber die waren alle schon ausgebucht. Es ging auch so.

Tagsüber ist das Auto ein normaler Van, dem die mittlere Sitzreihe fehlt. Unsere übliche Sitzordnung war ich am Steuer, Papa als Beifahrer und Mama hinten zwischen unserem ganzen Gepäck. Hinten im Kofferraum war eine kleine Küche - sogar mit Kühlschrank und ausziehbarem Gaskocher - eingebaut. 


Abends musste man dann all das Gepäck aus dem Auto raus räumen, um die hintere Sitzbank zu einem Bett umzufunktionieren. (Einen Tisch zu bauen war übrigens auch möglich. Man muss sich halt nur zwischen Tisch und Bett entscheiden.) Mama und Papa haben dann im Auto geschlafen.

Ich in meinem Penthouse
Und ich? Wir hatten auf dem Dach ein auskurbelbares (gibt es das Wort eigentlich?) Dachzelt. Sogar mit Fenstern. :D Das habe ich dann also jeden Abend hoch gekurbelt, meinen Rucksack hoch gehievt, bin die Leiter hoch geklettert und habe mich in meinem Schlafsack neben meinem Rucksack eingerollt. Unten war kein Platz mehr für mein Gepäck. Mama und Papa haben ihre Rucksäcke nachts immer auf den Vordersitzen deponiert, da ja hinten das Bett und im Kofferraum die "Küche" war.

Das war jeden Abend und Morgen ein ganz schönes hin- und her geräume. Am Anfang haben wir dafür auch ewig gebraucht, aber wir sind jeden Tag schneller geworden.

Die einzige Schwierigkeit die blieb: Das ganze bei Regen. Gepäck draußen hinstellen ist nicht, Türen offen lassen auch nicht und man muss aufpassen nicht zu nass zu werden, weil die Klamotten im Auto nicht trocknen.
Das Ganze bei Regen

 

Was ist mit Essen?

Mittagessen
Zum Frühstück gab es meistens Haferflocken mit heißem Wasser - in winzigen Schüsseln, andere hatten wir nicht - und Toast. Mittags auch oft einfach nur Toast, manchmal Wrap oder wir waren irgendwo Essen. Abends haben wir abwechselnd Nudeln und Reis mit Gemüsepfanne gekocht. Halt nur Gaskocher mit einer Kochplatte. Ich muss sagen nach 2 Wochen reicht's damit aber so langsam xD Da war ich dann nicht böse mal was anderes zum Abendbrot zu essen.


Abends Kochen am Lake Wanaka

Orte, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind:


  • Lost Gypsy 
  • Oamaru 
  • Gemstone Beach 
  • Ship Creek Beach  
  • Waipapa Point Lighthouse 
  • Weg zum Milford Sound 
  • Badestopps in Hokitika und am Lake Paringa 
  • Baumarkt in Invercargill 
  • Bluff Hill 
  • Purakainui Bay 
  • Antarctic Center in Christchurch 
  • Die Catlins allgemein
Es ist erstaunlich, aber die Orte, die nicht unsere Hauptziele waren, sondern einfach auf dem Weg lagen, sind mir am schönsten in Erinnerung geblieben. Es zeigt sich also mal wieder: "Der Weg ist das Ziel."

Es verwundert mich ehrlich gesagt selbst, dass mir z.B. der höchst beeindruckende Milford Sound weniger im Gedächtnis hängen geblieben ist, als der Weg dorthin. Ich glaube aber das liegt daran, dass man an den Weg und an ungeplante Stopps keine Erwartungen hat, an die "Hauptziele" aber schon. Dadurch ist man dann schon darauf vorbereitet, was man sehen wird, bzw. sieht nur was man sehen will oder erwartet zu sehen. Ohne Erwartungen an etwas heran zu gehen macht wirklich einen enormen Unterschied.



Aber nun die Frage: Warum sind mir die Orte besonders im Gedächtnis geblieben?


Das Lost Gypsy Café


Ein wunderbarer Ort. Ich habe noch nie so viele faszinierte "erwachsene" Menschen auf einem Haufen gesehen.

Der Besitzer des Cafés hat aus alten Dingen ganz viele tolle Sachen gebastelt. So kleine Maschinchen wo man z.B. an einer Kurbel dreht und dann passiert irgendwas. Die ganzen Dinge hat er dann in einem alten Schulbus und seinem Garten installiert. Da konnte man einfach rein gehen und sich überraschen lassen. Muss man selbst gesehen haben, aber damit ihr eine Vorstellung habt, habe ich einige Bilder und Videos gemacht.

Das Ganze wurde von anderen (natürlich auch deutschen…) Besuchern sehr treffend mit leuchtenden Augen als "Das ist ja wie bei Peter Lustig und Petterson und Findus zusammen!" eingestuft.

Der Typ der alles gebastelt hat, hatte auch eine sehr besondere Ausstrahlung, finde ich. Er saß da nebenan im Raum und hat sich einfach über die begeisterten Menschen gefreut und an seinem nächsten Projekt gebastelt.

Wir fanden es jedenfalls so toll, dass wir da direkt 2 mal vorbei geschaut haben. Das erste Mal nur auf einen Kaffee und das zweite Mal auch auf etwas zu Essen. Ich habe dort die definitiv besten Frühlingsrollen meines Lebens gegessen. 





Oamaru


Oamaru ist eine wunderschöne kleine Stadt, die ausnahmsweise mal nicht aussieht wie irgendein Kaff in Amerika - was sonst ein ziemlich häufig auftretendes Syndrom Neuseelands' Kleinstädte ist. Das Besondere an Oamaru ist die viktorianische Innenstadt. Laut Wikipedia "eine der beeindruckendsten Historischen Gesamtanlagen Neuseelands". In diesem Stadtteil finden sich dann zahlreiche kleine Souvenier -, Künstler- und Buchläden, die man wunderbar erkunden kann - nur um sich danach bei Kaffee und Kuchen auszuruhen.

Das Steampunk HQ
An all diesem wären wir einfach vorbei gerauscht, hätte nicht eine Werbung am Straßenrand für das "Steampunk Headquarters" in Oamaru aufmerksam gemacht. Das wollte ich mir unbedingt ansehen und so kam es dass wir überhaupt dort gelandet sind.

Das ist auch der andere Grund, der diese Stadt so besonders toll macht. In besagtem Steampunk HQ findet man überall aus alten Metallteilen zusammen geschweißte und genietete Statuen. Obwohl. Statuen? Das erweckt einen falschen Eindruck. Es klingt viel zu bieder. Vielleicht könnte man "Gebilde" sagen, da das Ganze ziemlich abstrakt und irgendwie zwielichtig, vielleicht sogar verstörend oder brutal wirkt. Andererseits würdigt das Wort "Gebilde" nicht den künstlerischen Aspekt der Ausstellung. Schwierige Sache mit den Bezeichnungen :D Der Hauptteil der Ausstellungsstücke (vielleicht ist das das passendste Wort?) wurde jedenfalls von Chris Merder kreiert - falls sich da mal jemand schlau machen möchte.

Anyway. Ich bin dort tief beeindruckt wieder raus gegangen.

Auch hier ist das mit dem Beschreiben schwierig. Schaut euch einfach die Fotos und Videos an.

Die Atmosphäre in dieser Stadt ist jedenfalls ganz Besonders. Die künstlerische Einwirkung ist irgendwie zu spüren. Sogar der Spielplatz am Hafen weist einen Touch von Steampunk auf.












Gemstone Beach


Am Gemstone Beach findet man sich an einer Art Sandstein Strand mit Sandsteinklippe wieder. Angeblich soll es dort besonders viele Edelsteine geben. Wir haben aber keine gefunden - oder haben nicht erkannt, dass es sich um Edelsteine gehandelt hat.

Irgendwie hat mich dieser "Strand" aufgrund seiner Rauheit beeindruckt. Das Wetter an dem Tag hat auch die entsprechende Atmosphäre geschaffen: Es war bewölkt, windig und regnerisch.

In diese Sandsteinklippe konnte man mit einem Stück Holz oder Stein wunderbar ein Relief einarbeiten. Das hatten schon einige gemacht und ich habe mich auch dran versucht. Hat wirklich Spaß gemacht.


Man beachte die vom Wind gebogenen Bäume

 

Ship Creek Beach


Dieser Strand war irgendwie wunderschön. Und außerdem war es der erste richtige "Neuseeland Strand" an der Westküste für uns. Vorher waren wir nur am Strand in Hokitika baden und der war noch nicht so einer von der paradiesischen Neuseeland-Sorte, an denen man sich wie in der Karibik fühlt. Der Ship Creek Beach ist aber so einer. 

Blick auf den Ship Creek Beach von einem Aussichtspunkt weiter oben



Und das Beste: Wir haben von dort aus die berühmten, vom Aussterben bedrohte Hector-Delfine gesehen. Das Besondere an ihnen ist, dass sie sehr klein sind (max. 1,5m), im Gegensatz zu anderen Delfinen eine runde Rückenflosse haben und ausschließlich in den Gewässern um Neuseeland herum leben.

Außerdem sind an diesem Strand einige wirklich schöne Bilder entstanden.





Waipapa Point Lighthouse.


Dort sind mir drei Dinge besonders in Erinnerung geblieben:

  1. Das Geräusch der kleinen, vom Wasser rund geschliffenen Steine am Strand wann immer sie von einer seichten Welle in Bewegung gebracht worden sind 
  2. Die nicht aus der Ruhe zu bringenden Seelöwen am Strand. Die haben dort einfach gechillt. Es hat sie nicht mal gejuckt, wenn sie eine Ladung Wasser ins Maul bekommen haben. Sie haben sich einfach einmal gestreckt und weiter geschlafen. Auch von den Touris waren sie nicht zu beeindruckt. Ich habe den ersten nicht einmal entdeckt und wäre quasi drüber gestolpert, hätte er sich nicht bewegt.  
  3. Der Bodenbewuchs am Strandrand, der sich anfühlte wie Kunstrasen. Wenn meine Recherchen richtig sind heißt das Zeug "Muehlenbeckia complexa"



Total relaxter Seelöwe

 

Weg zum Milford Sound


Dieser führt erst durch Hügel mit beeindruckend weiten Grasebenen wie die Knobs Flat und dann in Serpentinen durch immer steiler werdende Berge mit Wasserfällen und allem Drum und Dran. Die Berge gehen oft so steil in die Höhe, dass man ihre Spitze aus dem Autofenster heraus nur erahnen kann. Wenn man auf den höchsten Punkt der Straße zufährt, fährt man in eine Sackgasse natürlichen Ursprungs hinein. Steile Bergwände links, rechts und vor einem. Aus dieser Sackgasse hat Menschenhand einen Ausweg geschaffen: Es geht durch den sehr steilen, langen und dunklen Homer Tunnel auf die andere Seite des Berges vor einem. Ab dort geht es Richtung Milford Sound nur noch bergab.

Die Milford Road ist in der Abend- und Morgendämmerung besonders beeindruckend. Und wir haben beides mitgenommen. Abends sind wir in den Sound hinein gefahren, musste aber wie gesagt wegen eines vollen Campingplatzes wieder raus. Am nächsten Morgen sind wir dann in aller Frühe aufgestanden um rechtzeitig zur Bootstour zu erscheinen. Die Sonne hatte gerade so die Berggipfel erreicht und die dran klebenden Wolken pink gefärbt.

Auf dem Rückweg aus dem Sound heraus haben wir dann auch endlich Zeit gehabt um die vielen kleinen Stopps auf dem Weg mitzunehmen. So zum Beispiel "The Chasm" oder die Mirror Lakes.


Knobs Flat

Die natürliche Sackgasse

Homer Tunnel

Milford Sound bei Sonnenaufgang


The Chasm

Mirror Lakes

Badestopps in Hokitika und am Lake Paringa


Der Stopp in Hokitika war landschaftsmäßig gar nicht so besonders. Für mich/uns war es das trotzdem, denn er war für uns das "Anbaden" in der Tasmanischen See. (Bzw. für Mama und Papa war es sogar das erste Mal Strand in Neuseeland.)

Anbaden in Hokitika


Das wir im Lake Paringa schwimmen gegangen sind war eine super spontane Entscheidung. Eigentlich wollten wir nur eine Toilettenpause machen, aber dann sah der See so einladend aus, dass ich einfach rein MUSSTE. Das Wasser war total glatt und still, sodass sich die bewaldeten Berge um den See herum darin gespiegelt haben. Das Wasser war auch echt eisig, aber das hat es irgendwie perfekt gemacht.



Baumarkt in Invercargill


Glücklicher Papa neben dem Motorrad
Der Film "The fastest Indian" (oder "Mit Herz und Hand") ist toll. Totales Neuseeland Klischee und sehr witzig. Und dazu noch auf einer wahren Begebenheit basierend. Falls ihr den noch nicht gesehen habt, solltet ihr euch den also wirklich unbedingt mal anschauen.

Ich habe ihn auf der Nordinsel in Galatea mit Alf, Margret und Sophie gesehen. Wir waren total begeistert.

Ich bin ja sonst eigentlich nicht so die krass Motorrad begeisterte (obwohl ich gerade genau dazu werde :D ), aber durch den Film war ich wirklich an diesem Motorrad interessiert. In diesem Baumarkt konnte man sich umsonst (!!!) das Motorrad aus dem Film UND das echte Motorrad (von der "Wahren Begebenheit") anschauen. Das war schon irgendwie cool.

Außerdem ist Papas Begeisterung echt ansteckend gewesen. Er war total von den alten Motorrädern und dem so gut sortierten Baumarkt fasziniert, dass man sich nicht davor retten konnte selbst fasziniert zu sein ;)


Nicht mehr im Baumark, aber im MotorcycleMecca. Papas Paradies

Bluff Hill


Aussichtspunkt auf ca. halber Höhe des Bluff Hill
Von unserem Campingplatz in Bluff aus haben wir mit unserer Nachbarin, einer anderen Backpackerin, abends noch einen kleinen "Spaziergang" zum Stirling Point und auf den Bluff Hill unternommen.

Der Stirling Point ist das "Ende" das SH1, der sich durch ganz Neuseeland erstreckt. Er startet am nördlichsten Ende Neuseelands - am Cape Reinga.

Dort haben wir durch Zufall einen krassen Menschen getroffen. Er hat uns angesprochen, ob wir von ihm ein Foto machen können, weil es für ihn gerade ein ganz besonderer Moment war, hier zu sein. Es stellte sich heraus, dass er gerade den "Te Araroa Trail" beendet hatte. Das heißt er ist vom Cape Reinga, bis hier her GELAUFEN! Gelaufen Leute, gebt euch das. Fucking 3.000km ist er gelaufen! Alleine. Absolut beeindruckend. Er hat dafür (wenn ich mich richtig erinnere) über 5 Monate gebraucht.

Danach dachten wir uns, gehen wir mal fix auf den Bluff Hill rauf. Aber mit fix war da nicht viel. Der Spaziergang ist eher in eine Wanderung ausgeartet. Schön war es trotzdem. Aber vor allem haben wir viel mit unserer Campingplatz-Nachbarin gequatscht - und sie war es, die mich dann letztendlich davon überzeugt hat, dass es sich auch lohnt, alleine ein Auto zu kaufen. Danke <3

Auch auf halber Höhe

Endlich oben! Obligatorisches Foto...

Purakainui Bay


Dort haben wir gecampt. Der Weg zum Campingplatz war eine einspurige Schotterstraße, sodass wir uns schon gefragt haben, ob wir uns nicht doch verfahren haben. Als wir aber ankamen lag ein wundervoller Campingplatz direkt an der Bucht vor uns - mit für diese Schotterstraße erstaunlich vielen Menschen mit gewaltigen Wohnwagen. Scheint ein Geheimtipp zu sein.

Wir waren abends im Dunkeln noch am Strand spazieren. Es war total ruhig und naja, dunkel halt. Das Meer wirkt im Dunkeln irgendwie ganz anders. Ihr wisst bestimmt was ich meine. Man sieht das Wasser und die Wellen nicht wirklich, sondern nur die Spiegelung des Mondes. Das Rauschen der Wellen ist im Dunkeln viel intensiver.

Am nächsten Morgen sind wir sehr zeitig gestartet, weil wir sehr zeitig an den Cathedral Coves sein mussten. Die kann man nämlich nur bei Ebbe besuchen. Die Bucht sah in der Morgendämmerung jedenfalls magisch aus.


Auf dem Weg zurück auf die Straße sind wir dann noch von einer Schafherde aufgehalten worden. Quer über die Straße stand eine Reihe Kanister als Blockade. Wir waren uns nicht sicher, ob wir vorbei können, sind dann im Endeffekt aber doch weiter gefahren. Kaum waren wir um die erste Kurve rum blickten uns die ersten Schafe an. Wir also wieder im Rückwärtsgang zurück und erstmal 5 Minuten mit Müsliriegel in der Hand eine blökende Schafherde vorbei rennen sehen. Am Ende kam der Farmer mit seinen Hunden, der meinte wir hätte auch durchfahren können - aber zuschauen war wesentlich witziger.



Antarctic Center in Christchurch


In der Kältekammer
Das Antarctic Center ist zwar teuer, aber es lohnt sich, finde ich auf jeden Fall. Total viele spannende Infos, und es gibt super viele Extras, wie zum Beispiel eine Kältekammer mit echtem Schnee, in der ein Antarktiksturm simuliert wird, eine Fahrt mit so einem Antarktikmobil über ein Versuchsgelände, Huskys zum Streicheln und anschauen, ein Becken voller geretteter Pinguine, ein 4D Kino und und und… Ist wirklich sehr spannend. Darin kann man Tage verbringen.

Wirklich in meinem Kopf geblieben ist es aber dadurch, dass es die letzte Unternehmung mit meinen Eltern war, bevor sie wieder in den Flieger zurück ins kalte Deutschland gestiegen sind. Da war die mit der Zeit gekommene Selbstverständlichkeit, mit meinen Eltern durch Neuseeland zu fahren schon wieder am Schwinden. Das gibt dann nochmal einen völlig anderen Winkel. Man wertschätzt alle Unternehmungen gleich wieder viel mehr, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist.





Die Catlins allgemein


Louise hat dauernd von den Catlins geschwärmt und ich kann total nachvollziehen warum und das nur bestätigen. Wir haben mit Abstand am meisten Zeit dort verbracht. Um es mit Louises Worten zu beschreiben: "Es ist einfach unberührte, starke, raue Natur". Treffender könnte ich es nicht sagen.

Die Natur ist auch einfach total abwechslungsreich. Du fährst 5 Minuten und kommst vom Regenwald in irgendeine Art Steppe oder Küstenwald oder geschwungene Hügel oder whatever. Da fällt es einem schön ziemlich schwer sich auf die Straße zu konzentrieren. Es gibt so viel zu sehen! Im Anschluss ein paar "Impressionen" zum durchscrollen (Achtung, danach geht es noch weiter)
















Alles in allem denke ich, unser Trip war für uns perfekt genauso wie er war. Wir haben niemals alles Sehenswerte gesehen und haben den Norden der Südinsel komplett ausgelassen, aber darum geht es ja auch gar nicht. Wir hatten viele wunderschöne Momente, haben tolle Dinge erlebt und haben uns nicht vom "Ich-will-so-viel-wie-möglich-sehen Wahn" stressen lassen, sondern uns die Zeit genommen, die wir wollten und wunderschöne Orte auf dem Weg entdeckt. Ich fand unseren Roadtrip jedenfalls unvergleichbar und habe mir sehr viele Erinnerungen mitnehmen können.

An der Stelle noch Ganz Lieben Dank an Louise, die mir geschrieben hat, was Julias und ihre Highlights auf der Südinsel waren. Unsere Tour hat sich ziemlich stark daran ausgerichtet - und das war just perfect!

Weitere "erwähnenswerte Bilder"

Am Arthurs Pass


Arthurs Pass

 
Das müsste am Wasserfall "The Roaring Billy" gewesen sein.

Siehe oben

Schwimmen im Eiskalten Lake Wanaka. Boundary Creek Camping Platz

Am Lake Manapouri. Glampen in der Possum Lodge

Cathedral Coves im Hintergrund

In der Cathedral Cove

Nugget Point Lighthouse

Touri-Stopp an den Moeraki Boulders. Eine Challenge, ein Bild ohne Leute zu bekommen...

Transitional Cathedral in Christchurch. ("Ersatzkirche" nach dem Erdbeben, wie ein Kartenhaus gebaut, die Säulen sind aus einer Art Pappe)


Verabschiedung am Gate :/

Kommentare

  1. Wir können nur sagen: "Einfach toll, überwältigend!!!" Danke für deinen anschaulichen und interessanten Bericht. Wir wünschen dir weiter eine gute Zeit und nette Begegnungen.

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